Krisenplan für Hafen von Antwerpen

Die Hafenverwaltung von Antwerpen hat einen Krisenplan erarbeitet, um den spürbar gesunkenen Handelsverkehr wieder anzukurbeln. Die Tarife, die Unternehmen für das Löschen der Güter zahlen müssen, werden zum Teil eingefroren zum Teil gesenkt.

Die Wirtschaftskrise des letzten Jahres hat den Handelsverkehr im Antwerpener Hafen stark beeinträchtigt.  Die Hafenbehörde meldet einen Rückgang des Verkehrs von bis zu 17 %. In manchen Sektoren ist der Verkehr innerhalb eines Jahres sogar bis zu 39 % gesunken.

Als Reaktion auf diese Entwicklung wurde ein Krisenplan erarbeitet, der Tarifsenkungen vorsieht.

Das Löschen von Obst-, Papier-, Holz- und Stahlladungen - die beschäftigungsintensivsten Aktivitäten im Hafen - wird bis zu 10 % billiger.

Voraussetzung ist allerdings, dass die Produktivität der Hafenarbeiter steigt. Zudem muss die Arbeit weniger streng organisiert werden, "ohne selbstverständlich die Sicherheit und das Statut der Hafenarbeiter anzutasten", so der Leiter des Antwerpener Hafenbetriebs Eddy Bruyninckx.

Mehr Flexibilität

Bruyninckx gibt zu, dass das Statut der Hafenarbeiter "ein heikles Thema" ist.

Die Produktivität der Hafenarbeiter hat dazu beigetragen, dass Antwerpen an die Spitze gelangt ist, aber die Umständlichkeit der Statuten wird den Hafen auch in die Knie zwingen, so der Hafenchef.

Der für den Hafen zuständige Stadtrat Marc Van Peel (CD&V) sitzt auf der gleichen Wellenlänge. "Wenn man die Statuten ändern wollte, hieß es immer, dass es dazu keinen Grund gebe. Es stimmt, der Verkehr befand sich ständig im Aufwärts. Mittlerweile gelten andere Zeiten", so Van Peel. Manche Arbeitsprozeduren muten mittelalterlich an.

Der Hafen von Rotterdam, der größte Konkurrent von Amsterdam in Europa, hat seine Tarife vor Kurzem stark herabgesetzt.