"Eine Ehre für mein Land"

Seine neue Funktion als erster Präsident der Europäischen Union nimmt er mit großer Begeisterung an. "Dies ist eine Ehre für mein Land", reagierte Herman Van Rompuy, der sein neues Amt am 1. Januar 2010 antritt.

Der belgische Premierminister unterstrich die Verschiedenheit, die die Europäische Union charakterisiert. Deswegen würden bei Verhandlungen, bei denen es einen Verlierer gibt, keine guten Entscheidungen getroffen.

Damit machte Van Rompuy den Konsens gleich zum Leitmotiv seiner Präsidentschaft.

Dialog, Einheit, Aktion

"Das Profil des europäischen Präsidenten ist klar: Dialog, Einheit und Aktion stehen im Mittelpunkt", so Van Rompuy.

Über die Zukunft Belgiens sagte der scheidende Premierminister: "Wir werden sehen, wer mir nachfolgt, aber diese Person kann stets diskret auf meinen Rat zählen."

Während der Pressekonferenz las Van Rompuy einen sechsseitigen Text, schaffte es am Ende aber doch, die Lacher auf seine Seite zu ziehen. Ein Journalist wollte wissen, wen Barack Obama denn anrufen müsse, wenn er mit "Europa" sprechen wolle. Daraufhin antwortete Van Rompuy: "Wir warten hoch gespannt auf seinen Anruf."

Auf die Frage, wie er sich als erster Präsident von Europa fühle, sagte Van Rompuy, der vor zwei Jahren noch Vorsitzender der Kammer war: "Diese Frage werde ich in meinen Memoiren beantworten. Zum ersten Mal in meinen Leben habe ich Lust diese zu schreiben. Bis vor Kurzem schien mir diese Tätigkeit pure Eitelkeit."