Barroso: "Keine bessere Wahl möglich"

Ausländische Politiker loben Herman Van Rompuys politisches Geschick und sind überzeugt, dass er der richtige Kandidat für das hohe Amt ist.

Wohl überlegte Wahl für Merkel

"Es waren allesamt extrem kompetente Kandidaten, die einen guten Präsidenten abgegeben hätten", äußerte sich Angela Merkel diplomatisch nach der Bekanntgabe, "aber wir mussten eine Wahl treffen."

"Es war eine wohl überlegte Wahl. Wir haben mit Van Rompuy jetzt einen Kandidaten, der den Konsens herbeiführt und der seine politischen Kompetenzen im Laufe seiner Karriere unter Beweis gestellt hat."

Die Bundeskanzlerin und der französische Präsident Sarkozy hatten Van Rompuy als gemeinsamen Kandidaten für das Amt des EU-Ratspräsidenten unterstützt.

Sarkozy bezeichnete Van Rompuys Bestimmung als eine besonders weise Entscheidung und eine ausgezeichnete Wahl.

Balkenende: ein außergewöhnlicher Politiker

Der niederländische Premierminister Jan Peter Balkenende, der bis vor Kurzem ebenfalls als aussichtsreicher Kandidat galt, reagierte zufrieden, dass die Staats- und Regierungschefs einstimmig entschieden haben.

"Ich kenne Herman Van Rompuy seit mehr als 20 Jahren und schätze ihn außerordentlich. Er ist ein außergewöhnlicher Politiker. Ich habe ihn stets als einen engagierten Menschen gekannt, der sich mit den gesellschaftlichen Entwicklungen auseinandersetzt. Ich freue mich auf eine gute Zusammenarbeit.

Juncker: "Wünsche sind nicht Wirklichkeit"

Der luxemburgische Premierminister Jean-Claude Juncker reagierte offensichtlich enttäuscht, dass das Amt nicht an ihn herangetragen wurde.

Er gab unumwunden zu, dass er Ambitionen hegte: "In der Politik aber darf man seine Wünsche und Träume nicht für die Wirklichkeit halten."

Er beglückwünschte Van Rompuy zu seiner Wahl.

Brown: "Ein britischer Sieg"

Der britische Premierminister Gordon Brown lobte Van Rompuy in allen Tönen: "Er ist ein Mann des Konsens, der eine Fünfparteienregierung führt und seinem Land Stabilität gebracht hat. Seine Integrität steht außer Frage und seine Qualitäten als Diplomat und Vermittler werden Europa große Dienste erweisen."

Brown hatte zuerst hartnäckig an seinem eigenen Kandidaten, Tony Blair, festgehalten. Aber die europäische Volkspartei habe auf einen Kandidaten aus ihren Reihen bestanden, so Brown. 

Mit Catherine Ashton als Hohe Vertreterin der europäischen Außen- und Sicherheitspolitik und Vize-Vorsitzende der EU-Kommission sichert Brown aber ein hohes Amt für sein Land. "Ihre Stimme wird überall laut und deutlich zu hören sein. Ein Beweis, dass Großbritannien in Europa zu Hause ist."

"Keine bessere Wahl möglich"

Der europäische Kommissionsvorsitzende José Manuel Barroso bezeichnet Van Rompuys Wahl als eine Ehre für Belgien: "Wir hätten unmöglich eine bessere Wahl treffen können", erklärte der Portugiese.

"Dies ist ein Beweis der Dankbarkeit für die Arbeit, die Belgien geleistet hat und den Beitrag Belgiens zum europäischen Projekt." Barroso erinnerte auch an die Rolle, die Belgien als Gründungsmitglied gespielt hat und die es als Gastland der europäischen Institutionen erfüllt.

In den zweieinhalb Jahren seiner Amtszeit wird Van Rompuy mit Barroso zusammenarbeiten müssen. Der Kommissionsvorsitzende ist zuversichtlich: "Er besitzt viel Erfahrung bei der Suche nach einem Konsens. Das ist wichtig in der belgischen Politik, aber auch in der europäischen."