König beruft Altpremier Wilfried Martens

Am späten Freitagabend hat König Albert Altpremier Wilfred Martens (Foto) zum Vermittler benannt. Er soll die Nachfolge von Premier Herman Van Rompuy regeln, der am 1. Januar der erste Europäische Ratspräsident wird.

Gerechnet wird damit, dass Martens eine neue Amtsperiode von Yves Leterme (Foto links. Rechts: Van Rompuy) vorbereiten soll.

Königlicher Kundschafter oder Königlicher Vermittler, so wird am Samstagmorgen in den Zeitungen der neue Auftrag von Wilfred Martens definiert.

Für Martens scheint sich die Geschichte zu wiederholen. Ende letzten Jahres musste er einen Besuch im Disneyland in Paris abbrechen, nach dem Rücktritt von Premier Leterme.

Freitag musste er Hals über Kopf eine EVP-Tagung in Venedig verlassen, weil ihn der König erneut rief.

Zuvor hatte König Albert schon die verschiedenen Vorsitzenden der Mehrheitsparteien empfangen. Das Gespräch mit Martens dauerte drei Stunden.

Danach hieß es in einem Pressekommuniqué, der Altpremier habe den Auftrag erhalten, die Nachfolge von Van Rompuy schnell und effizient zu regeln.

Dazu müsse er eine Einigung über die Staatsreform und insbesondere das Problem Brüssel-Halle-Vilvoorde vorbereiten.

Es hat den Anschein, dass Martens vor dem Amtsantritt von Yves Leterme einen Kompromiss zur Teilung des zweisprachigen Wahlkreises BHV herbeiführen soll, um ein erneutes Scheitern Leterme's zu verhindern.
 

Erste Gesprächsrunde

Wilfried Martens hat am Nachmittag Gespräche mit den Vorsitzenden der fünf Regierungsparteien aufgenommen.

Seine bisherigen Gesprächspartner waren die Parteivorsitzende der Christdemokraten von der CD&V und der Liberalen von der Open VLD und der  MR , Marianne Thyssen, Guy Verhofstadt und Didier Reynders.

Geplant sind noch Gespräche mit Elio Di Rupo von der sozialistischen PS und Joëlle Milquet von der christdemokratischen CDH.

Die Unterredungen finden in der Kammer des belgischen Parlamentes statt und werden bis zum Abend andauern.  Bereits am Mittag war Martens mit dem noch amtierenden Premier Herman Van Rompuy zusammen getroffen.