Hängt Opel Antwerpen vom SUV ab?

Nach den Mitteilungen von Nick Reilly, Europa-Chef von General Motors, schlussfolgern Beobachter, dass die Zukunft des Antwerpener Opelwerks vom Bau des SUV-Modells abhängen könnte. Zuvor hatte Reilly die SUV-Lösung verworfen. Inzwischen wird sie wieder debattiert.

Eine noch zu errichtende Arbeitsgruppe soll sich mit der Zukunft von Opel Antwerpen beschäftigen und untersuchen, ob die Montage von zwei SUV-Modellen möglich ist.

Wird das Werk geschlossen, stehen 2.300 Menschen auf der Straße, sagte Rudi Kennes von der sozialistischen Gewerkschaft.

In diesen Zahlen sind die Stellen bei den Zulieferbetrieben nicht einbegriffen. Im Falle einer Schließung wäre die Anzahl an gestrichene Stellen bei den Zulieferern doppelt so hoch.

Bleibt Opel Antwerpen bestehen, werden zirka 750 Menschen ihre Stelle im Rahmen der europäischen Sanierungspläne für Opel verlieren, schätzt Rudi Kennes. Auf europäischer Ebene will General Motors 9.000 Stellen abbauen.

Am Montag hatte Reilly die SUV-Pläne noch vom Tisch gefegt. Der flämische Ministerpräsident Kris Peeters (CD&V) reagierte daraufhin wütend.

Mitte Dezember soll die Arbeitsgruppe Ergebnisse vorlegen.

"GM muss Versprechen halten"

Nach einem Treffen mit den Gewerkschaften und dem Management von Opel Antwerpen hat der flämische Ministerpräsident Kris Peeters (CD&V, Foto) Nick Reilly vorgeworfen, er würde sein Versprechen nicht halten.

Ohne einen konkreten Umstrukturierungsplan mache eine Arbeitsgruppe für Antwerpen wenig Sinn, sagte Peeters.

Der Ministerpräsident erinnerte daran, dass General Motors Opel Antwerpen im vergangenen Jahr versprochen hatte, es könne zwei Geländewagenmodelle produizeren. Es gehe jetzt darum, dieses Versprechen einzuhalten. Eine Verlegung der Produktion nach Asien sei eine hinterhältige Methode, um Antwerpen zur Schließung zu zwingen.