Es kriselt in Belgiens Frittenbuden

Der Nationalstolz vieler Belgier, frische Fritten aus der Frittenbude, bekommt die Wirtschaftskrise zu spüren. Der vergangene Oktober war der schlechteste Monat seit Jahren für viele Frittenbudenbetreiber.

Die etwa 5.000 Frittenbuden im Lande versorgen täglich ungefähr eine halbe Million Hungrige mit ihrer Leibspeise. 2009 lief für die Branche bisher überdurchschnittlich gut. Sie konnten 15 % mehr Kunden bedienen, aber im Oktober kam die Trendwende. Dann blieben die Frittenfans plötzlich weg.

An beiden Entwicklungen ist nach Verlaut die Wirtschaftskrise schuld. Als die Krise Anfang des Jahres ihre ersten Schatten warf, entschieden sich viele Belgier statt für den Restaurantbesuch für die billigere Frittenbude. Weil das Wetter auch noch mitspielte, nutzten viele die Gelegenheit zu einem Imbiss im Freien.

Damit war ab Oktober Schluss. „Die Frittenbudenbetreiber stellten plötzlich Einkommenseinbußen von 5 bis 8 Prozent fest“, erklärt Mario Vleugels von der Kette Best Frit, die die noch nicht frittierten Kartoffelstäbchen an 2.250 Frittenbuden liefert. „Ohne den Supersommer hätten wir die Krise wahrscheinlich schon viel früher zu spüren bekommen.“

Jozef Van Remoortel, Geschäftsführer von Remo Frit, einer der größten Kartoffelgroßhändler der Branche, spricht von einem Umsatzeinbruch von 4 Prozent. Er sieht auch noch andere Gründe: „Im Oktober und November stehen in vielen Privathaushalten die Weihnachtseinkäufe an und dann bleibt einfach weniger Geld übrig.“

Gespart wird beim Frittenbudenbesuch vor allem an den teuren Extras wie Frikadellen, Satés, Grillstäbchen oder Currywurst. Der Portion Fritten bleiben die meisten Kunden wohl treu.