Wieder EU-Spitzenjob für Belgien

Belgiens Alt-Außenminister Karel De Gucht erhält in der neuen EU-Kommission einen der mächtigsten Posten. Er übernimmt das Handelsressort von der Britin Catherine Ashton. De Gucht ist seit Juli EU-Entwicklungshilfekommissar.

Damit übernimmt der Flame De Gucht einen der wichtigsten Posten in der neuen EU-Kommission. Als Handelskommissar wird er das Sprachrohr des größten Handelspartners der Welt. Die Europäische Union ist für 20 Prozent des weltweiten Handels verantwortlich. Die Union hat in diesem Bereich alle Kompetenzen von ihren europäischen Mitgliedsstaaten übernommen.

Als Handelskommissar wird Karel De Gucht die EU auf allen internationalen Foren vertreten und zum Beispiel über weitere Liberalisierungsforderungen der Welthandelsorganisation verhandeln. Er koordiniert auch die Handelsbeziehungen mit anderen Weltmächten wie den USA, China und Indien.

Mit dem belgischen Altpremier Herman Van Rompuy, der am 1. Januar Ratspräsident wird, fällt in der EU ein zweites Spitzenamt an Belgien.

EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso hat am Freitag die Aufgaben in der neuen EU-Kommission verteilt. Im Januar müssen die Kommissare dann noch vom EU-Parlament bestätigt werden.
 

Andere EU-Kommissare

Der Franzose Michel Barnier wird das das wichtige Ressort EU-Binnenmarkt übernehmen. Der Spanier Joaquín Almunia, bisher Wirtschafts- und Währungskommissar, wird das Wettbewerbsressort leiten.

Die bisher dafür verantwortliche Niederländerin Neelie Kroes wird für Digitalwirtschaft in Europa zuständig sein. Für Wirtschafts-und Währungspolitik ist künftig der Finne Olli Rehn verantwortlich. Er wird damit auch die Budgets der Mitgliedstaaten überwachen. Der Deutsche Günther Oettinger wird für die Energiepolitik zuständig sein.

„Ich will, dass diese Kommission dafür sorgt, dass Europa aus der Wirtschaftskrise herauskommt“, sagte Barroso in Brüssel. “Diese Kommission wird handeln, sie wird nicht um etwas bitten.“

Er sagte, er sei „sehr zuversichtlich, dass ich die richtigen Leute mit den richtigen Aufgaben betraut habe». Zu den Forderungen vieler Regierungen nach „wichtigen“ Ressorts sagte er: „Ich habe viele Bitten erhalten, aber es war meine Entscheidung.“