Zukunft Bayer Antwerpen gefährdet?

Im Chemieunternehmen Bayer in Antwerpen sind Verhandlungen zwischen Management und Gewerkschaften ergebnislos abgebrochen worden. Die Geschäftsführung wollte längere Arbeitszeiten und ein Einfrieren der Löhne durchsetzen.

Das war für die Gewerkschaften unannehmbar. Die Direktion schließt nicht aus, dass die Unternehmensleitung im Hauptsitz des Konzerns in Deutschland wegen der Haltung der Gewerkschaften eine Schließung der Niederlassung in Belgien in Betracht ziehen könnte.

Bei Bayer in Antwerpen arbeiten 842 Menschen. Produziert werden hier 1,1 Mio. t an Basis- und Zwischenprodukten für die Kunststoffproduktion.

Die Gewerkschaften befürchten, der Bayer-Konzern wolle das Werk in Antwerpen wegen Überkapazitäten schließen und die Produktion nach Deutschland verlegen. Die Werksleitung dementiert dies.

Schon im Jahr 2007 hatte Bayer im Antwerpener Werk die damals gültigen Abmachungen mit der Belegschaft aufkündigen wollen. Die Belegschaft wehrte sich mit einer Blockade des Werks und konnte hierdurch einen Bruch der betrieblichen Vereinbarungen durch die Werksleitung verhindern.

Trotz steigender Gewinne spart Bayer auch in der deutschen Polycarbonat-Produktion. So wurde Ende August die Schließung des Forschungslabors im Werk Krefeld-Uerdingen beschlossen.