König Albert verliert seinen Halbbruder

Das belgische Königshaus kündigte am Sonntagabend an, Prinz Alexander, der 67-jährige Halbbruder des belgischen Staatsoberhaupts, König Albert II, sei am Sonntag an einer akuten Lungenembolie verstorben.

Prinz Alexander war der älteste Sohn von König Leopold III und dessen zweiter Frau, Lilian Baels. Er wurde am 18. Juli 1942 geboren. Bis 1944 lebte er mit seinen Eltern unter deutschen Hausarrest im Schloss von Laken.

Nach der Invasion der Alliierten in der Normandie wurde die Familie von Leopold III zuerst nach Deutschland und dann nach Österreich gebracht. Dort wurde sie von den Amerikanern befreit.

Nach Kriegsende konnte die königliche Familie wegen der Königsfrage nicht nach Belgien heimkehren. Deshalb wohnte sie bis 1950 in der Schweiz. (Archivfoto: links Prinz Baudouin, Mitte Prinz Alexander, recht Prinz Albert).

Nach der Rückkehr nach Belgien verzichtete König Leopold III zugunsten seines ältesten Sohnes Baudouin auf den belgischen Thron.

Prinz Alexander studierte einige Jahre Medizin und wurde danach Unternehmer. In den sechziger Jahren war er ein aktives Mitglied des internationalen Jetsets und besorgte seinem Halbbruder, dem damaligen König Baudouin wegen seiner Vorliebe für schnelle Wagen und schöne Frauen mehrmals große Sorgen.

In den letzten Jahrzehnten verbesserte sich das Verhältnis des Prinzen mit der königlichen Familie. Prinz Alexander war bei offiziellen Anlässen regelmäßiger Gast des Königshauses.

1991 heiratete Prinz Alexander von Belgien Léa Wolman. Die Ehe blieb 7 Jahre geheim, weil Alexanders Mutter, Prinzessin Lilian, die Beziehung ablehnte. Das Paar hat keine Kinder.

Prinz Alexander hatte noch zwei Schwestern, Prinzessin Marie-Esmeralda und Prinzessin Marie-Christine. Er hatte keinen Anspruch auf den belgischen Thron.