Russland: Zwei Belgier unter den Opfern

Bei einem blutigen Anschlag auf einen Schnellzug im Nordwesten Russlands sind mindestens 25 Menschen getötet und etwa 100 Passagiere verletzt worden. Darunter auch ein flämisches Ehepaar aus der Provinz Limburg.

Das Paar stammt aus Genk und war auf dem Weg nach St. Petersberg, wo es Familienangehörige besuchen wollten. Das Ehepaar saß in dem Waggon, der am schlimmsten zugerichtet wurde.

Der belgische Generalkonsul in Moskau hat das Ehepaar am Sonntagmorgen in einer Klinik von St. Petersburg besucht. Beide werden Ende der Woche nach Belgien zurückgebracht.

In dem Zug befanden sich auch noch andere Ausländer. Die sechs Reisenden aus Belgien, Italien und Aserbaidschan würden alle in einer Klinik behandelt, hieß es.

Zahlreiche Verletzte äußerten scharfe Kritik an den Rettungsarbeiten. Passagiere hätten teilweise mehr als eine Stunde auf Ärzte warten müssen und seien kaum informiert worden.
 

Explosion

Am Unfallort zwischen Moskau und St. Petersburg seien Splitter eines Sprengkörpers sowie ein Bombentrichter entdeckt worden, sagte am Samstag der Sprecher der Ermittlungsbehörde, Wladimir Markin, nach Angaben der Agentur Interfax. 26 Menschen werden noch vermisst. 25 Todesfälle wurden von der russischen Gesundheitsministerin inzwischen bestätigt.

Rund 350 Kilometer nordwestlich der Hauptstadt Moskau waren am Freitagabend nach einer Explosion vier von insgesamt 13 Waggons des „Newski Express“ mit einer Geschwindikgeit von etwa 200 Km/St entgleist. Einige der mehr als 650 Passagiere sagten, sie hätten zuvor einen Knall gehört.

Nach Angaben des Inlandgeheimdienstes FSB hatte der selbst gebaute Sprengkörper eine Wucht von sieben Kilogramm TNT. Während der Bergungsarbeiten detonierte am Samstag am Unglücksort ein weiterer Sprengsatz

Die Ermittler fanden vor Ort einen Bombentrichter von mehr als einem Meter Tiefe. Zudem seien Spuren gefunden worden, die bei der Suche nach den Hintermännern helfen könnten, sagte Innenminister Raschid Nurgalijew.

Die Behörden hätten ein Täterprofil entworfen und würden auf die Unterstützung der Bevölkerung setzen. Die Ermittler äußerten Zweifel, dass ein im Internet aufgetauchtes Bekennerschreiben einer rechtsradikalen Gruppierung authentisch sei.

Im August 2007 hatte es auf derselben, viel befahrenen Strecke einen Anschlag mit 60 Verletzten gegeben. Damals waren Rebellen aus der Unruheregion Nordkaukasus verantwortlich gemacht worden, allerdings wurde die Tat nie vollständig aufgeklärt.