Premier berät mit Gewerkschaften

Nach den Wellen der Entlassungen in den letzten Wochen läuten die Gewerkschaften die Alarmglocke. Sie beraten am Montagvormittag mit dem Premierminister über die aktuelle Wirtschaftslage.

Die Gewerkschaften fordern eine Reaktion von der Bundesregierung nach den Entlassungen bei DHL, Opel, Bayer und Janssen Pharmaceutica.

Laut des Planbüros werden weitere Entlassungswellen anrollen: Bis Ende 2010 sollen noch 90.000 Stellen abgebaut werden. "Die Aussichten sind schlecht und das schlimmste muss noch kommen", reagierte der Vorsitzende der christlichen ACV-Gewerkschaft, Luc Cortebeeck: "Insbesondere die Arbeiter stehen schlecht da."

Protestkundgebung für Freitag

Die Gewerkschaften fordern einen besseren Schutz der Arbeiter. Im Vergleich zu den Angestellten werden die Arbeiter diskriminiert, weil sie weniger Kündigungsgeld erhalten. Die Behörden müssen auch offensiver reagieren, um Arbeitsplätze in Belgien zu behalten: "In Deutschland und Frankreich werden Arbeitsplätze tatsächlich verteidigt", reagierte Cortebeeck.

Nach dem Treffen mit dem Premierminister haben die Gewerkschaftsvertreter enttäuscht reagiert. Die Regierung hat die Sozialpartner beauftragt, sich untereinander über die Angleichung des Angestellten-Arbeiter-Statuts zu einigen. "Wir erwarten aber auch, dass die Regierung die Arbeitgeber dazu anregt."

Rudy De Leeuw von der sozialistischen Gewerkschaft sagte, dass die Gewerkschaften ihre Verantwortung genommen haben und es nicht fair ist, dass sie keine Anworten auf ihre Fragen erhielten.

Am Montagnachmittag hat die sozialistische Gewerkschaft eine Protestkundgebung am Freitag um 11 Uhr angekündigt, um einen besseren Schutz der Arbeiter zu fordern. Die liberale Gewerkschaft soll dem Aufruf folgen. Die christliche Gewerkschaft will am Dienstag bekannt geben, ob sie an dem Protest teilnimmt.

Arbeitgeberverbände am Nachmittag

Am Nachmittag empfängt Yves Leterme die Arbeitgeberverbände. Die fordern wiederum Maßnahmen, um die Konkurrenzfähigkeit der belgischen Unternehmen zu verbessern und die hohen Lohnkosten zu senken.