Stets mehr Belgier sind verschuldet

Aus dem Jahrbuch über Armut geht hervor, dass mehr und mehr Belgier verschuldet sind, weil sie ihre Energierechnung oder Gesundheitskosten nicht mehr bezahlen können.

Gegenwärtig behandeln die Schuldvermittlungsdienste 73.000 Akten. Das ist eine Steigerung von 14 % in anderthalb Jahren. In 57 % der Fälle werden die Schulden von Energiekosten verursacht.

Es fällt auf, dass Armut sich auch im Mittelstand breit macht. Dabei handelt es sich um Menschen, die ihr Budget normalerweise sorgfältig verwalten, die ein Darlehen aufgenommen und mittlerweile ihre Arbeit verloren haben. Sie können ihre Schulden nicht mehr abbezahlen.

 

Hohe Kinderarmut

Im Vergleich zu den anderen europäischen Ländern liegt die Kinderarmut in Belgien hoch: 12 % der Kinder wachsen in einer Familie mit zwei arbeitslosen Elternteilen auf. Der europäische Durchschnitt liegt bei 9,4 %.

"Belgien schneidet schlecht ab, wenn es um die Lebensqualität der Kinder geht", stellen die Untersucher fest. Sie warnen vor den Folgen der Kinderarmut: "Die Kinder haben seltener die Möglichkeit, um weiter zu studieren, was ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt schmälert. Später können sie sich oftmals nicht aus der Armut befreien."

Risikogruppen

Singles und ältere Menschen gehören zu den Risikogruppen.

15 % der Belgier müssen mit einem Einkommen auskommen, das unter der Armutsrisikogrenze liegt. Alleinstehende und Menschen, die Älter als 65 sind, sind eher gefährdet.

Das Armutsrisiko im Allgemeinen schwankt in Europa zwischen 10 und 25 %. Es liegt durchschnittlich höher im Osten als im Westen.

Mit 15% liegt Belgien unter dem europäischen Durchschnitt von 17 %.