Wieder mehr Asylanfragen

Im vergangenen Jahr hatten rund 12.000 Flüchtlinge um politisches Asyl in Belgien gebeten. In diesem Jahr wird diese Zahl höher liegen. Bis Ende November stellten schon etwa 15.000 Personen einen Asylantrag in unserem Land.

Die meisten Asylsucher, die nach Belgien kommen, stammen aus Afghanistan und aus Russland. Auch Flüchtlinge aus dem Irak und aus der ex-jugoslawischen Region Kosovo finden wieder häufiger den Weg nach Belgien.

Nach Angaben von Staatssekretär Melchior Wathelet (CDH), der auf Bundesebene für Asyl und Migration zuständig ist, entspricht dieser Anstieg prozentual etwa dem unserer Nachbarländer.

Seiner Ansicht nach besteht kein Zusammenhang zwischen diesen Zahlen und der Regularisierung von illegal in Belgien lebenden Einwanderern, die derzeit durchgeführt wird.

Belgien strenger als EU-Durchschnitt

Belgien ist strenger als Europa insgesamt im Genehmigen von Asylanträgen. Dies belegen Zahlen von Eurostat, dem Statistikamt der EU. In Belgien wird nur einer von fünf Asylanträgen positiv beschieden, also 20 %.

Der europäische Durchschnitt liegt bei fast 30 %. Die meisten Nachbarstaaten Belgiens stimmen Asylanträgen häufiger zu. Die Deutschland werden bis zu 40 % der Anträge positiv bewertet und in den Niederlanden sogar etwa die Hälfte der Anfragen.

Die meisten Asylanträge auf EU-Ebene kommen von Irakern, Somaliern und Russen.