Belgier im Eternit-Prozess angeklagt

Der Belgier Jean-Louis Cartier de Marchienne und der Schweizer Industrielle Stéphane Schmidheiny sind im Eternit-Prozess, der am Donnerstag in Turin begonnen hat, des Todschlags angeklagt.

Schmidheiny und Cartier de Marchienne, die beide nicht anwesend waren, haben die Eternit SA in Genua verwaltet. Die Gruppe des Schweizer Milliardärs war einer der Hauptaktionäre von Eternit zwischen 1976 und 1986. Der Belgier trat als Minderheitsaktionär auf und leitete das italienische Unternehmen Anfang der 70er Jahre.

Sie sind des Todschlags aufgrund von Versäumnis und Verstoß gegen die Vorschriften über Berufskrankheiten in vier Asbestfabriken von Eternit in Italien angeklagt.

 

Seit seiner Gründung im Jahre 1906 bis zur Konkurserklärung 1986 verarbeitete Eternit Genua das Krebs erzeugende Material Asbest in seinen Produktionsprozessen. Dem Unternehmen wird vorgeworfen keine ausreichenden Vorsorgemaßnahmen für seine Arbeitnehmer und die Umwohnenden getroffen zu haben.

Die beiden Unternehmer riskieren Haftstrafen von 3 bis 12 Jahren. Die Opfer fordern ebenfalls Schadenersatz in Höhe von mehreren hundert Millionen Euro.

Den Zivilklägern zufolge sollen zirka 2.000 Menschen an der Asbestverseuchung gestorben und 800 Menschen erkrankt sein.

Vor dem Gerichtsgebäude in Turin hatten sich zur Prozesseröffnung hunderte Asbestopfer eingefunden. Es wird befürchtet, dass der Prozess Jahre dauern wird. Die nächste Sitzung wurde auf den 25. Januar 2010 festgelegt.