Alexander De Croo wird Vorsitzender

Mit 2.000 Stimmen mehr als Marino Keulen hat Alexander De Croo die Wahl zum Vorsitzenden der Open VLD gewonnen. Die dritte Kandidatin Gwendolyn Rutten war in der vergangenen Woche ausgeschieden.

Während seiner Kampagne hatte De Croo die Unterstützung von erfahrenen Politikern erhalten, darunter Wirtschaftsminister Vincent Van Quickenborne und Ex-Ministerin Patricia Ceysens.

De Croo, Sohn des liberalen Schwergewichts Herman De Croo, ist ein Unternehmer ohne große politische Erfahrungen. Sein Gegner Marino Keulen gehört zum liberalen Kader und war mehrmals Minister in der flämischen Regierung.

Der 34-Jährige war u.a. Projektleiter der mit großem Prestige behafteten internationalen Boston Consulting Group. 2006 gründete er mit anderen zusammen das Technologie-Unternehmen Darts-ip.

Seine politische Erfahrung ist beschränkt: De Croo war Mitglied der Jungliberalen und engagierte sich in der Lokalpolitik für seine Partei.

Seine Kandidatur war eine Überraschung, genauso wie sein gutes Abschneiden bei der ersten Runde, als er Marino Keulen nur knapp vorbei ziehen lassen musste.

De Croo will einen Trendbruch herbeiführen und zur Basis des Liberalismus zurückkehren. Er will wirtschaftliche Themen in den Vordergrund stellen und jene Wähler zurückgewinnen, die mit dem Ex-Liberalen Jean-Marie Dedecker die Partei verlassen und sich der rechtsliberalen "Lijst Dedecker" angeschlossen haben. 

Möglicher Interessenkonflikt zwischen den Bundesländern

Schon am ersten Tag nach seiner Wahl als neuer Vorsitzender der flämischen Liberalen musste Alexander De Croo Stellung beziehen.

Zwischen Flandern und der Bundesregierung bahnt sich ein Interessenkonflikt an. Bundesbeschäftigungsministerin Joëlle Milquet (cDH) hat einen Beschäftigungsplan zur Förderung von jungen und älteren Arbeitslosen erarbeitet, der nicht auf die spezifische Situation in Flandern zugeschnitten ist.

So lautet die Kritik des flämischen Ministerpräsidenten Kris Peeters (CD&V). Dieser droht mit einem Interessenkonflikt, wenn Milquet nicht auf seinen Kompromissvorschlag eingeht.

De Croo sagte, diese Angelegenheit müsse innerhalb der flämischen Christdemokraten gelöst werden, die sowohl den flämischen Ministerpräsidenten als auch den Bundespremierminister stellen.

 

Im Fernsehfrühschoppen des ersten Senders "één" sagte Peeters, dass Milquet und der flämische Beschäftigungsminister Muyters (N-VA) dieses Problem lösen müssten.