Kläranlage für Brüssel in Panne

Wegen eines technischen Problems in der Kläranlage Brüssel-Nord fließen die Abwässer von mehr als einer Million Brüsseler Haushalte wieder in die Zenne, in die Rupel und in die Schelde. Umweltschutzorganisationen befürchten eine Katastrophe.

Die Kläranlage des französisch-belgischen Konsortiums Aquiris wurde vor zwei Jahren in Betrieb genommen.

Dienstag informierte Aquiris die Brüsseler Behörden, dass die Kläranlage stillgelegt werde, "um die Anlage selbst zu schützen und das Personal nicht inakzeptablen Risiken auszusetzen."

Dramatisch verschlechtert

Die flämische Umweltbehörde hat inzwischen festgestellt, dass sich die Wasserqualität in der Zenne, der Rupel und Schelde dramatisch verschlechtert hat: "Schaden nehmen nicht so sehr die Brüsseler Bürger, sondern viel mehr die Fische, die sich seit Inbetriebnahme der Kläranlage wieder in der Zenne angesiedelt hatten", so Mie Van de Kerckhove von der "Vlaamse Milieumaatschappij".

Jahrelang war die Zenne ein stinkender und toter Fluss. Seitdem die Kläranlage die Abwässer der Brüsseler Metropole sanierte, hatten die Fischbestände wieder zugenommen. Brüssel zahlt jährlich 51 Millionen Euro an Aquiris. Für die Klärung der Abwässer von flämischen Haushalten an der Grenze zu Brüssel übernimmt Flandern 15,7 % der Betriebskosten.

Ursache für die Stilllegung seien technische Probleme, die im November aufgetaucht seien, reagierte die Brüsseler Umweltministerin Evelyne Huytebroeck (Ecolo). Ihre flämische Amtskollegin Joke Schauvliege fordert die schnellst mögliche Wiederinbetriebnahme der Anlage.