Probleme drohten seit anderthalb Jahren

Nachdem die große Kläranlage wegen technischer Probleme außer Betrieb ist, stellt sich heraus, dass die Brüsseler Behörden bereits seit anderthalb Jahren von drohenden Problemen wussten. Das behauptet die flämische liberale Abgeordnete Els Ampe (Open VLD).

Am vergangenen Dienstag hat der Betreiber der großen Kläranlage, Aquiris, den Betrieb wegen technischer Probleme still gelegt.

Welche Ursachen genau diese Panne auslösen, steht noch nicht fest. Laut Aquiris kommen Steine oder auch zu viel Sand ins Getriebe. Einem unabhängigen Experten zufolge sei das jedoch nicht der Fall, erklärt die Brüsseler Politikerin Els Ampe: "Man tastet im Dunkeln und inzwischen entsteht ein Konflijkt über die Ursache zwischen Aquiris, der Brüsseler Wassergesellschaft und der Brüsseler Region.

Die Folgen aber sind deutlich: Die ungeklärten Abwässer von mehr als einer Million Haushalte in Brüssel und Flandern werden in die Zenne gekippt und verseuchen nicht nur die Zenne, sondern auch die Rupel und Schelde.

Bereits im Juni 2008 teilte Aquiris mit, dass früher oder später Probleme entstehen würden und zusätzliche Filter eingebaut werden müssten. Seitdem zanken sich Aquiris und die Brüsseler Regierung darüber, wer diese Filter bezahlen soll.

"Seit einer Woche fließt das Wasser ungeklärt in die Zenne, verseucht den Fluss und weitere Flüsse sowie die Nordsee. Das ist für uns inakzeptabel", so Ampe.