Zu wenig Platz für Obdachlose in Brüssel

Unter den Obdachlosen, die beim Brüsseler Sozialdienst "Samusocial" für einen Schlafplatz für die Nacht vorstellig werden, sind auch zahlreiche Personen ohne gültige Aufenthaltsgenehmigung, die ein Asylantragsverfahren eingeleitet haben.

"Zwischen 18 Uhr und 2.30 Uhr haben wir 149 Menschen wegen Platzmangel weigern müssen. 300 Obdachlose fanden wohl einen Schlafplatz", sagt Timothy Boterdael vom "Samusocial".

 

"Im vergangenen Jahr hatten wir viele Menschen ohne gültige Aufenthaltsgenehmigung, die als Asylantragsteller abgewiesen worden waren. Heute sind es Menschen, die wohl ein Asylantragverfahren gestartet haben", stellt Boterdael fest.

 

Der Brüsseler Vorsitzende des Öffentlichen Sozialhilfeamts Yvan Mayeur hat die Bundesregierung aufgerufen, Lösungen für die Unterbringung der Asylantragsteller zu finden: "Draußen stehen Asylantragsteller, die keine Unterkunft haben und den Platz der Obdachlosen wegnehmen. " Mayeur sagt, sein Amt könne unmöglich alle Menschen ohne Aufenthaltsgenehmigung, Obdachlose und Asylantragsteller aufnehmen.

Die zusätzlichen Aufnahmelager, die im Rahmen der Regularisierungsprozedur für Menschen ohne gültige Papiere geschaffen werden - u. a. eine Kaserne in Dinant - reichen nicht aus.