EU-Kommissar De Gucht kritisiert Kongo

Anlässlich einer Konferenz zwischen der EU und dem Kongo im Brüsseler Europaparlament über eine gemeinsame Entwicklungshilfepolitik äußerte der belgische EU-Kommissar Karel De Gucht schwere Kritik in Richtung der ehemaligen Kolonie.

EU-Entwicklungshilfekommissar Karel De Gucht stellte fest, dass Europa in der Frage der Entwicklungshilfe und auch bezüglich anderer Themen keinen wirklichen Gesprächspartner in der Demokratischen Republik Kongo habe.

Er wisse nicht, was mit der Entwicklungshilfe aus Europa vor Ort geschehe und wie man dies besser regeln könne.

De Gucht sprach auch von einem enormen Trümmerhaufen, der aus dem Kongo entstanden sei: „Ein Land, in den alles wieder neu aufgebaut werden muss, zu allererst der Staat. Denn dessen Abwesenheit bildet den Kern des Problems.“

Reaktionen von kongolesischer Seite ließen nicht auf sich warten. Kongos Regierungssprecher Lambert Mende entgegnete:

„Das ein Land, das Wahlen organisiert und politische Instanzen aufbaut, von Herrn De Gucht, der sich für einen göttlichen Wohltäter hält, nicht als Gesprächspartner angesehen wird, ist unglaublich.“

Mende fügte weiter hinzu: „Wir fragen uns, von welchem Land De Gucht spricht. Vom Kongo von vor 10 oder 15 Jahren? Von Belgisch-Kongo? Vom heutigen Kongo, einem Land mit seinen eigenen Problemen, das versucht, etwas aufzubauen und das damit Respekt und Würde verdient?“