Noch keine Entwarnung im Winterchaos

Auch rund 24 Stunden nach den ersten Schneefällen in Flandern ist auf den Straßen und Autobahnen noch keine Normalität eingekehrt. Die meisten Probleme bot der Verkehr in und um Brüssel. Im Allgemeinen stand der Stauzähler um 9 Uhr noch immer auf rund 350 Kilometer.

Das größte Problem lag am Freitagmorgen zwischen Löwen und Brüssel auf der Autobahn E 40. Dort waren mehrere Zubringer wegen Eisglätte vollständig gesperrt. Der Stau war schon in Groot-Bijgaarden zu merken.

Zudem sorgten Unfälle sowohl auf dem Innenring, als auch auf dem Außenring für Verkehrsprobleme. Damit konnte auch der Berufsverkehr innerhalb der Hauptstadt nicht mehr fließen.

In den anderen Landesteilen war die Situation ähnlich. Fast überall wurde vor Eisglätte auf Brücken, Autobahnzubringern und Landstraßen gewarnt. Der Verkehr verläuft langsam. In der Provinz Westflandern schneite es am Vormittag noch. Ostflandern, Antwerpen und Limburg hatte die wenigsten Probleme.

Bis nach Ostbelgien, dem deutschsprachigen Teil des Landes, war der Schnee nicht gekommen. In frankophonen Belgien waren vor allem Wallonisch-Brabant und das Hennegau von Schneeelend heimgesucht worden.

Negative Kritik mussten die Streudienste hinnehmen. Obschon die Schneefälle und die frostigen Temperaturen frühzeitig angekündigt worden waren, rückten sie zu spät aus. Nur wenige Dienste streuten präventiv. Als das Chaos ausgebrochen war, blieben die Schneeräumer, wie alle anderen Verkehrsteilnehmer auch, in den Staus stecken und konnten ihre Arbeit nicht verrichten.

Busse und Bahnen

Bei der belgischen Bahngesellschaft NMBS/SNCB hatten während der Stoßzeit am Freitagmorgen fast alle Züge leichte Verspätung, doch nur wenige von ihnen mussten ganz ausfallen. Bei den verschiedenen belgischen Nahverkehrsgesellschaften normalisierte sich das Chaos in der Nacht zum Freitag wieder, aber Verspätungen oder ausgefallene Fahrzeuge mussten trotzdem hingenommen werden. In den Innenstädten mussten auch die Straßenbahnen unter Schnee und Eis leiden.

Sport und Freizeit

Am Wochenende sind fast überall in Belgien die geplanten Sportveranstaltungen abgesagt worden. Am Freitagabend wird zum Beispiel die Erstligapartie KV Mechelen gegen Germinal Beerschot wegen des unbespielbaren Spielfeldes nicht angestoßen. Am Nachmittag muss wieder mit verstärktem Verkehrsaufkommen gerechnet werden, denn dann beginnt der Reiseverkehr in den Winterurlaub. Am belgischen Nationalflughafen von Zaventem hat sich der Zustand normalisiert, aber leichte Verspätungen haben alle Flüge.