Viele wollen Obdachlosen helfen

Die belgische Armee stellt den Sozialämtern in Brüssel dutzende Auffang- und Schlafplätze für Obdachlose zur Verfügung. Doch die Sozialdienste können oder wollen nicht darauf eingehen. Auch andere Initiativen wollen helfen, stoßen offenbar aber auch auf taube Ohren.

Seit einigen Tagen sind die Fälle von dutzenden Obdachlosen und Asylbewerbern, die auch in diesen frostigen Tagen kein Dach über dem Kopf finden, in aller Munde.

Mittlerweile ist viel geschehen, denn öffentliche und private Initiativen (Pfadfinder, Sportvereine, Kirchengruppen und dergleichen mehr), Privatleute und sogar prominente Zeitgenossen stellen Schlafplätze und Aufenthaltsorte zur Verfügung. Doch vieles verhallt ungehört oder scheitert an mangelnder Flexibilität der zuständigen Behörden.

Dem Aufruf von Premierminister Yves Leterme (CD&V), Platz für Obdachlose und herumirrende Asylsucher zur Verfügung zu stellen, zumindest bei Eis und Schnee, stieß auf offene Ohren. Sogar König Albert II. stellte einige seiner privaten Appartements zur Verfügung.

Auch Verteidigungsminister Pieter De Crem und Inge Vervotte, Ministerin für den öffentlichen Dienst (beide CD&V), ergriffen Initiative. So können Betroffene in Bahnhöfen und Kasernen übernachten.

Doch gerade beim Militär geschieht nichts. Offenbar finden die sozialen Dienste die Obdachlosen nicht oder ihnen fehlt das Geld für einen Bus in Richtung Kaserne… Schlussendlich mussten wieder mehr als 150 Personen alleine in Brüssel unter freiem Himmel schlafen, darunter auch wieder mehrere Kinder - bei Minusgraden und Schneefall!