Belgische Reaktion auf den Klimagipfel

Weil es keine Alternative gibt, hat Belgien, genau wie die anderen EU-Staaten am Freitagabend auf dem Klimagipfel in Kopenhagen der Abschlussvereinbarung zugestimmt. Dies aber ohne große Begeisterung, wie Premier Leterme feststellte.

Der erzielte Kompromiss sei besser als nichts, sagte Premierminister Yves Leterme (Foto) vergangene Nacht.

Er stellte fest, die Vereinigten Staaten, China und Indien seien anscheinend nicht zu mutigen Schritten bereit gewesen. Was in Kopenhagen herausgekommen sei, sei enttäuschend, stellte Leterme fest.

Das Problem sei, dass die Ziele zur Reduzierung des Treibhausgasausstoßes nicht einklagbar seien, wie es die EU gefordert hatte.

Der Klimawandel fordere unser Engagement, so Leterme. Belgien werde in der zweiten Hälfte des kommenden Jahres als Ratspräsident der Europäischen Union eine wichtige Rolle spielen müssen. Wie es jetzt aber aussähe, könne die EU ihre Emissionen bis 2020 nicht um mehr als 20 Prozent reduzieren.

Premier Leterme machte vor allem China für das enttäuschende Ergebnis des Gipfels verantwortlich.
 

Mini-Konsens bei Klimakonferenz

Dem Papier zufolge wird das Ziel, die Erderwärmung auf zwei Grad zu begrenzen, nur noch „zur Kenntnis“ genommen. Laut Weltklimarat wäre eine darüber hinausgehende Erwärmung katastrophal für Mensch und Natur.

Gänzlich fallen gelassen gegenüber einem früheren Entwurf wurde das Ziel einer Reduzierung des Treibhausgasausstoßes um 50 Prozent von 1990 bis 2050. Weiterhin sollen sich die Industrieländer aber dazu verpflichten, noch vor 1. Februar 2010 Treibhausgasziele für das Jahr 2020 vorzulegen.

Die Industrieländer geben „neue und zusätzliche“ Klimahilfen, zusammen insgesamt 30 Milliarden Dollar für 2010 bis 2012 „aus verschiedenen Quellen“. Sie setzen sich außerdem das Ziel, ab 2020 rund 100 Milliarden Dollar für die umweltfreundliche Entwicklung ärmerer Länder bereitzustellen. Die Schwellenländer müssen „Vorkehrungen“ für „internationale Beratungen und Analysen“ ihrer Klimapolitik treffen. „Klar definierte Richtlinien“ müssen aber sicherstellen, dass die „nationale Souveränität respektiert“ wird.