Kein Eurostar vor Dienstag

Die Reisenden, die am Freitag mehrere Stunden in einem Eurostarzug unter dem Ärmel-Kanal festsaßen, erhalten eine Entschädigung. Wegen der großen Kälte und einer Pannenserie fährt der nächste Eurostarzug vermutlich erst am Dienstag.

"Die Reisenden werden mit 170 Euro in bar entschädigt. Sie erhalten einen gratis Hin- und Rückfahrtschein sowie eine Entschädigung für ihren Fahrschein vom Freitag", meldete ein Sprecher des Bahnbetriebs. Auch die Kosten, die für die Kunden entstanden sind, beispielsweise Hotel- oder Taxikosten, werden erstattet.

Am Freitag hatten etwa 2.000 Reisende 12 Stunden lang in den wegen einer Strompanne blockierten Zügen festgesessen. Es gab kaum Essen, Licht oder Heizung. Auch mit Informationen über die Lage wurden die Eurostarreisenden nur spärlich versorgt.

Entscheidung über Wiederaufnahme am Montagabend

Die Pannen bei Eurostar werden von dem Temperaturunterschied zwischen dem Tunnel und der Außenwelt verursacht.

Testfahrten haben ergeben, dass die Lokomotiven mit Schneeschutzvorrichtungen ausgerüstet werden müssen.

Erst am Montagabend um 19 Uhr will Eurostar entscheiden, ob die Züge am Dienstag wieder fahrtüchtig sind.

Der französische Transportminister Bussereau (Foto) hat eine Untersuchung angeordnet: "Wir können nicht akzeptieren, dass diese wichtige Verbindung zwischen Frankreich, England und Belgien von Schneefällen lahm gelegt wird. Zwischenfälle kann es immer wieder geben. Dass der Verkehr aber tagelang still liegt, ist unannehmbar."

Eurostar selbst leitet ebenfalls eine unabhängige Untersuchung ein.

87.000 Reisende gestrandet

Weil der Eurostar seit drei Tagen nicht fährt, sind in den Bahnhöfen von London, Paris und Brüssel mehr als 87.000 Reisende gestrandet.