DHKP-C vom Terrorismus freigesprochen

Nach einer Prozessdauer von zehn Jahren hat ein Brüsseler Berufungsgericht die linksextreme Organisation DHKP-C vom Terrorismus freigesprochen. Drei Mitglieder wurden wohl der Bandenbildung für schuldig befunden.

Der Ball kam 1999 ins Rollen, als die türkische Aktivistin Fehriye Erdal, zusammen mit mehreren Gefährten, in Knokke festgenommen wurde. In ihrer Wohnung fand die Polizei u. a. Waffen, einen Bombenzündungsmechanismus und gefälschte Ausweise.

Erdal bleibt verschwunden

Der Prozess gegen die DHKP-C hat jahrelang gedauert.

Der Kassationshof vernichtete 2007 alle Urteile, die in diesem Prozess von den Gerichten von Brügge und Gent verhängt worden waren. Deswegen musste der Prozess vor dem Berufungsgericht von Antwerpen erneut aufgerollt werden. Aber auch dieses Urteil wurde für null und nichtig erklärt.

Das Brüsseler Berufungsgericht urteilt in dieser Angelegenheit, dass die DHKP-C keine kriminelle Organisation ist und nicht des Terrorismus schuldig ist. Drei Mitglieder sind jedoch der Bandenbildung für schuldig befunden worden une erhielten Gefängnisstrafen von zwei bis drei Jahren mit Bewährung.

Das bekannteste Mitglied der linksextremen Organisation, Fehriye Erdal (Foto), ist seit der ersten Verurteilung, vor mehr als drei Jahren, untergetaucht.

Der öffentliche Ankläger hat zwei Wochen Zeit, um gegen dieses Urteil beim Kassationshof Einspruch zu erheben.