Bricht belgische Arbeitslosigkeit Rekord?

Mit Unglauben hat Beschäftigungsministerin Milquet auf düstere Arbeitsmarktaussichten reagiert. Ein Institut für nachhaltige Entwicklung geht für 2010 von einer Erwerbslosenrate von 14,6 Prozent aus - ein historischer Höchststand.

Ende dieses Jahres wären dann etwa 750.000 von 10 Millionen Belgiern arbeitslos.

Die Ministerin zitierte andere Prognosen, die von einem deutlich geringeren Anstieg der Arbeitslosigkeit ausgehen. Außerdem seien am 1. Januar verschiedene neue Maßnahmen in Kraft getreten, die die Wirtschaft beleben sollen, so Milquet.

Eine weitere Voraussicht betrifft die Verbraucherpreise. Laut Planbüro wird die belgische Inflationsrate in diesem Jahr auf 1,6 Prozent steigen.
 

Flandern rechnet mit 60.000 zusätzlichen Arbeitslosen

Der flämische Arbeitsmarkt wird in den kommenden Monaten noch erheblich unter der abhaltenden Wirtschaftskrise zu leiden haben. Ende 2009 waren 220.375 Flamen erwerbslos. Im Vergleich zum Vorjahr ist dies eine Zunahme von 23,8 Prozent (+ 42.338).

Der flämische Landesbeschäftigungsminister Philippe Muyters rechnet für dieses Jahr, trotz des sich langsam abzeichnenden Wirtschaftsaufschwungs mit weiteren 60.000 Arbeitslosen. Dann wäre die Arbeitslosigkeit in der Region innerhalb von zwei Jahren um 50 Prozent gestiegen.

Besonders Berufsneueinsteiger haben erhebliche Schwierigkeiten einen ersten Job zu finden. Wegen der Krise ist auch zu befürchten, dass die Zahl der Langzeitarbeitslosen deutlich zunimmt.

In der Wallonie waren Ende Dezember 206.726 Menschen erwerbslos, 10.673 (+ 4,9 Prozent) mehr als im Vorjahr.

Eurozone: Comeback der Inflation

Die Verbraucherpreise in der Euro-Zone sind im Dezember wieder stärker gestiegen. Wie das EU-Statistikamt Eurostat unter Berufung auf vorläufige Schätzungen mitteilte, stiegen die Preise in den 16 Euro-Staaten im Vergleich zu Dezember 2008 um 0,9 Prozent. Im November hatte die Inflationsrate noch 0,5 Prozent betragen, es war der erste Anstieg seit sieben Monaten.

Die Preise in der Euro-Zone waren nach dem Mai 2009 mehrere Monate in Folge gesunken. Als Grund für den Anstieg im November nannten die Statistiker seinerzeit die gestiegenen Energiekosten, zugleich wurde er als Zeichen einer beginnenden wirtschaftlichen Erholung in den Euro-Ländern gesehen. Nach Schätzungen in Brüssel soll das Bruttoinlandsprodukt in der Euro-Zone im Jahr 2010 um 0,7 Prozent wachsen und 2011 voraussichtlich um 1,5 Prozent.