Hat Janssen auch eine Deutsche ermordet?

Die Staatsanwaltschaft von Brügge will ermittelt, ob Ronald Janssen, der Mann aus Loksbergen, der bereits drei Morde gestanden hat, 1991 auch eine 26-jährige Frau aus Heist und 1996 eine 16-jährige Deutsche in De Haan ermordet hat.

Janssen, der inzwischen in Untersuchungshaft sitzt, wird alle siebeneinhalb Minuten in seiner Zelle kontrolliert. Dadurch soll vermieden werden, dass er Selbstmord begeht.

Janssen hat nach den Morden an Shana Appeltans und Kevin Paulus vom 2. Januar auch den Mord an Annick Van Uytsel von vor drei Jahren bekannt. Bislang leitete die Staatsanwaltschaft von Löwen die Ermittlungen im Fall Annick Van Uytsel. Den Fall des Doppelmordes an dem jungen Pärchen untersuchte die Staatsanwaltschaft von Hasselt.

Die beiden Fälle werden nun in Limburg zusammengelegt. Es wurde eine Sonderkommission mit zusätzlichen Ermittlern gegründet..

Fahnder befürchten, dass der 38-jährige Lehrer und Vater zweier Kinder weitere Morde auf dem Gewissen hat. Dafür gibt es aber noch keine offizielle Bestätigung.

Tötete Serienmörder noch mehr Menschen?

Unterdessen rollt die Staatsanwaltschaft von Brügge zwei ältere Morde wieder auf. Es handelt sich dabei um die 26-jährige Ingrid Caeckaert, deren Leiche 1991 in einem Appartement in Heist gefunden wurde und einem Mord aus dem Jahr 1996 an Carola Titze, einer 16-jährigen Ostdeutschen aus Vechta, die damals in De Haan ihren Urlaub mit ihren Eltern an der flämischen Küste verbrachte. Ihre Leiche wurde nur 200 Meter von der Feriensiedlung entfernt entdeckt.

Damals hatte man im Fall Titze eine Verbindung zu dem Serienmörder Dutroux vermutet. Die Ermittlungen hatten jedoch nichts dergleichen ergeben.

Der Fall des Mädchens aus Vechta hatte auch für Aufsehen gesorgt, weil die Polizei monatelang nach einem jungen Deutschen mit ostdeutschem Akzent gefahndet hatte. Dieser Mann soll sich mehrfach mit der 16-Jährigen in einer Diskothek in De Haan getroffen haben. Die Spur verlief aber im Sand.

Reaktion der Eltern von Annick Van Uytsel

Nach dem Geständnis von Ronald Janssen im Mord an Annick Van Uytsel haben die Eltern am Dienstag erstmals darauf reagiert.

Die Mutter des ermordeten Mädchens verlas eine kurze Mitteilung und bat die Presse ausdrücklich, sie in Ruhe zu lassen.

"Unsere Gedanken  sind Kevin und Shana, ihren Eltern, Geschwistern, Familie und vielen Freunden gewidmet", begann Martine Van Uytsel. "Jeder Elternteil, der auf welche Weise auch immer, ein Kind verloren hat, kann wohl bejahen, dass dies das Schlimmste ist. Wir fühlen uns mit ihnen noch mehr verbunden, jetzt da wir wissen, dass unsere Kinder die gleiche Angst aufgrund des gleichen Mannes durchmachten."

"Die Tage des Wartens sind schwer - für den Körper und die Seele. Es war wieder ein Warten, genauso wie die sechs Tage bevor Annick gefunden wurde", sagte sie sehr angeschlagen.

"Eine Frage ist beantwortet: Wer? Danach folgt gleich das Was? und das Wo? und vor allem das Warum?"

Die Eltern lobten schließlich noch die ausgezeichnete Arbeit der Ermittler.