Belgien analysiert Lage in Haiti

Das belgische Außenamt hat derzeit noch keine Informationen über eventuell dem verheerenden Erdbeben auf Haiti zum Opfer gefallene Landsleute. Unterdessen kommt die Hilfe aus Belgien auf den Weg. Verschiedene staatliche und regierungsunabhängige Hilfsorganisationen prüfen ihre Möglichkeiten oder sind sogar schon unterwegs.

Nach Angaben von Außenamtssprecher Bart Ouvry ist die Situation im Katastrophengebiet noch sehr verwirrend. Belgien hofft auf mehr Information von Seiten der Vereinigten Nationen.

Belgien unterhält keine Botschaft und kein Konsulat auf Haiti und ist somit auf Informationen der internationalen Einrichtungen angewiesen. Die öffentlich-rechtlichen Medien in Belgien rufen Landsleute dazu auf, Belgier, die sich derzeit auf Haiti aufhalten, den Behörden zu melden.

Derzeit wissen die Behörden von etwa 60 Belgiern auf der Insel.

Außenminister Steven Vanackere (CD&V) gab an, dass es sich dabei um Entwicklungshelfer handelt, die teils für die Vereinten Nationen arbeiten und teils für die NGO "Brüderlich Teilen". Über Touristen aus Belgien ist derzeit nichts bekannt.

In der benachbarten Dominikanischen Republik befinden sich sehr wohl Touristen aus Belgien, doch ist dieses Land von dem Erdbeben verschont geblieben. Berichte über Opfer oder Schäden dort liegen nicht vor.

Unterdessen macht sich ein erster Hilfsflug von Brüssel aus ins Erdbebengebiet auf. Die belgische Abteilung der Ärzte ohne Grenzen wird mit Hilfsgütern und medizinischen Ersthelfern nach Haiti fliegen. In der Hauptstadt Port-Au-Prince soll ein beschädigtes Krankenhaus der Organisation wieder hergestellt werden.
 

Belgien beobachtet die Lage

Das Belgian First Aid and Support Team (B-Fast - Foto), die schnelle Eingreiftruppe unseres Landes bei Naturkatastrophen in aller Welt, analysiert die Lage im Erdbebengebiet und prüft, ob ein Einsatz möglich ist.

Auch die belgische Bundesregierung behält die Situation auf Haiti im Auge und nimmt an der Beschlussfindung von Be-Fast teil. Die Regierung kann auch einen Einsatz anordnen.

Inzwischen gab die belgische Regierung auch ihr Mitgefühl gegenüber den Angehörigen der Opfer der Naturkatastrophe und der haitianischen Regierung bekannt.