Weltpremiere für Löwener Mediziner

Mediziner der Uniklinik der Katholischen Universität von Löwen (KUL) ist eine Luftröhrentransplantation geglückt, bei der die Blutzufuhr der Luftröhre vollständig wiederhergestellt werden konnte.

Dieser Eingriff bedeutet eine Weltpremiere, die in dieser Woche in der US-Fachzeitschrift „The New England Journal of Medicine“ vorgestellt wurde.

Eine Luftröhrentransplantation ist kein leichtes Unterfangen. Ein solcher Eingriff kann nur dann als Erfolg bezeichnet werden, wenn die Blutzufuhr zum neu eingesetzten Organ völlig wiederhergestellt werden kann und wenn alle Versuche des Körpers, das einoperierte Organ abstoßen zu wollen, unterdrückt werden können.

Beides zu ermöglichen, galt aus medizinischer Sicht bisher als fast unmöglich. Die Blutzufuhr in der Luftröhre ist sehr kompliziert und Medikamente, die zur Akzeptanz des fremden Organs im Körper führen sollen, haben schwere Nebenwirkungen.

Einem Ärzteteam der Uniklinik der KUL ist unter der Leitung von Professor Pierre Delaere gelungen, beide Voraussetzungen zu umgehen.

Mittlerweile behandelte diese Gruppe Mediziner erfolgreich zwei Patienten: Eine 55jährige Frau und einen 18jährigen jungen Mann.

Doppelte Transplantation

Dazu wendeten die Ärzte eine doppelte Transplantierung an. Zuerst pflanzten sie die Spenderluftröhre in den Unterarm der Patienten, um die Blutzufuhr des Organs teilweise dort weiterlaufen zu lassen. Danach ersetzten sie die Schleimhaut des Spenderorgans durch Schleimhaut aus dem Inneren der Wange des Patienten.

In den ersten Monaten nach dem Eingriff mussten die beiden Patienten noch Mittel gegen das Abstoßen der Spenderorgane einnehmen, doch nach rund acht Monaten konnte dies beendet werden. Nach dieser Phase konnte die Luftröhre aus dem Unterarm in den Hals der Patienten operiert werden. Dadurch konnten die neuen Blutgefäße, die sich inzwischen im Unterarm gebildet hatten, mit denen im Hals verbunden werden.

Solche Eingriffe werden nötig, wenn ein Patient unter Luftröhrenverengungen leidet. Dies kann zum Beispiel nach längeren künstlichen Beatmungen der Fall sein, durch Geburtsfehler oder auch nach Unfällen. Durch das neue Verfahren der Löwener Universitätsärzte können solche Patienten einfacher weiterleben. Zudem kann es Laben deutlich verlängern.

Zum entsprechenden Artikel in "The New England Journal of Medicine“