Richter stoppt Blockade AB InBev Löwen

Die Arbeitnehmer, die die Eingänge der Brauerei von AB InBev in Löwen, blockieren, müssen Ihre Protestaktion beenden. Darüber hat ein Brüsseler Richter verfügt. Tun sie dies nicht, blüht ihnen ein Zwangsgeld.

Die Direktion der Brauereigruppe AB InBev hatte vor Gericht eine einstweilige Verfügung zur Beendigung der Protestaktion gefordert. In erster Instanz lehnte der Löwener Richter dies ab. Die Direktion ging in Berufung und erwirkte die einstweilige Verfügung durch einen Brüsseler Richter.

Eine Einladung der Direktion zu einem Schlichtungsgespräch war zuvor von den Gewerkschaften ausgeschlagen worden. Die Direktion hatte angeboten, die Umstrukturierung vorübergehend zu verschieben, die Gewerkschaften fordern jedoch, dass erst die geplanten Entlassungen zurückgenommen werden.

In einer Mitteilung bedauerte die Direktion, dass die Verhandlungen geplatzt sind und weist mit dem Finger auf die Gewerkschaften, "die nicht bereit gewesen sind, einen echten sozialen Dialog zu führen und den Schlichter abwgewiesen haben."

Die Direktion warnt vor möglichen Folgen der Blockaden. "Ein Unterbrechen der Produktion und der Versorgung der Kunden kann ernste Folgen für die Zukunft von InBev Belgien haben." Den richterlichen Beschluss, den AB InBev am Donnerstagabend erhalten hat, erwähnt die Direktion in ihrer Mitteilung nicht.

Mögliche Zuspitzung des Konflikts

Setzt der Gerichtsvollzieher die Aufhebung der seit einer Woche anhaltenden Blockade des Betriebsgeländes zwangsweise durch, droht der Konflikt, sich zu verhärten. Die Gewerkschaften haben vereinbart, dass sobald ein Gerichtsvollzieher in einer der drei Niederlassungen mit dem Beschluss auftaucht, es zu einem Generalstreik in allen Niederlassungen von AB InBev kommt.

"Ich finde es ein starkes Stück, dass die Direktion überall herumposaunt, sie wolle mit uns verhandeln, aber noch vor der Schlichtungssitzung vor Gericht zieht", betont Luc Gysemberg von der christlichen Gewerkschaft ACV.

Der Sozialkonflikt bei dem weltgrößen Bierkonzern geht mittlerweile in die zweite Woche. Aufgrund der Blockade wird kein Tropfen Bier mehr nach draußen geliefert und die Produktion ist vollständig unterbrochen. Vielen Cafés und Getränkehändlern droht, das Bier auszugehen. Viele Arbeitnehmer sind vorübergehend in Kurzarbeit.

AB InBev will in Belgien 299 der 3.000 Arbeitsplätze streichen, um den Auswirkungen des rückläufigen Biermarktes entgegenzusteuern. In Löwen sollen 179 Stellen wegfallen. Die Gewerkschaften weisen darauf hin, dass AB InBev noch stets große Gewinne einfährt.