Arbeitskampf AB InBev eskaliert weiter

Nachdem am Dienstagabend die Verhandlungen zwischen Geschäftsführung und Gewerkschaften gescheitert sind, wurde die gesamte belgische Bierproduktion stillgelegt. Das entschied das Management. Die Gewerkschaften sind wütend.

Die AB-InBev-Brauereien in Leuven (Löwen) und Jupille (Lüttich) werden schon seit 13 Tagen bestreikt und blockiert, die Brauerei von Hoegaarden seit einer Woche. Die Gewerkschaften protestieren so gegen den geplanten Abbau von mehr als 260 Arbeitsplätzen in den belgischen Niederlassungen des belgisch-brasilianisch-amerikanischen Bierkonzerns.

Aufgrund des Arbeitskampfes wird in den bestreikten belgischen Brauereien kaum noch Bier gebraut und gehen die Vorräte der Biermarken StellaArtois, Jupiller, Leffe und Hoegaarden zuneige. Am Dienstagabend scheiterten die Verhandlungen zwischen Gewerkschaften und Geschäftsführung erneut.

Deshalb entschied das Management am Mittwochmorgen, die Produktion in den belgischen AB InBev-Brauereien stillzulegen und das gesamte Personal auszusperren. „Wegen der Gewerkschaftsblockade können keine Rohstoffe, Leergut und Verpackungsmaterialien mehr angeliefert werden. Andererseits können wir das gebraute Bier nicht mehr ausliefern“, erklärte Unternehmenssprecherin Karen Couck.

Die Gewerkschaften nahmen die Aussperrung nicht hin. „Das sind Zustände wie im 19. Jahrhundert“, reagierte Chris Croonenborghs von der sozialistischen Gewerkschaft ABVV. Die Gewerkschaften ließen das Lock-out von einem Gerichtsvollzieher feststellen und verschafften sich danach Zugang zu den Werken. Ihre Blockade der Brauereien wollen sie indes fortsetzen.

Der Arbeitskampf bei AB InBev eskaliert damit weiter. Eine für Mittwoch angekündigte Schlichtungsrunde wurde abgesagt. Erst am Freitag wollen die Tarifparteien wieder miteinander reden.

AB InBev warnt unterdessen davor, dass auch auf den Exportmärkten die Marken Stella, Jupiler und Leffe bald nicht mehr ausgeliefert werden können. In den Niederlanden gibt es schon Lieferengpässe.