Opel Antwepen: Droht Werksschließung?

Bei Opel Antwerpen haben Gewerkschaftler den Parkplatz der im Werk produzierten Fahrzeuge abgesperrt. Sie befürchten für die morgige außerordentliche Betriebsratssitzung das Schlimmste.

„Wir wollen einen Kriegsvorrat anlegen. Von hier aus wird kein Fahrzeug mehr ausgeliefert“, so Rudi Kennes von der sozialistischen Gewerkschaft ABVV.

Der Parkplatz bleibt so lange gesperrt wie notwendig, so der Gewerkschaftler. Es handele sich um eine präventive Aktion, ein Streik ist nicht geplant. „Wir haben am Nachmittag erfahren das Opel-Chef Reilly versucht unabhängig vom europäischen Betriebsrat eine außerordentliche Betriebsratssitzung über die Zukunft des Antwerpener Werks durchzusetzen. Das ist ein schlechtes Signal, was die Sozialverhandlungen betrifft.“

„Deshalb gehen wir davon aus, dass das was er uns in Antwerpen erzählen wird, nicht sehr positiv sein wird, so Kennes. Die Gewerkschaften befürchten also das schlimmste, wollen sich aber nicht ohne weiteres geschlagen geben.

Allerdings ist schon seit längerem bekannt, dass die Geschäftsführung den Standort Antwerpen schließen möchte. Wie das „Handelsblatt“ am Mittwoch berichtet, hält Reilly (Foto) nach Informationen aus Firmenkreisen an der Schließung des Werks fest. Eine offizielle Entscheidung stehe aber noch aus. Opel lehnte einen Kommentar dazu ab.

Allerdings wachse im Opel-Betriebsrat die Sorge, der Chef der General-Motors-Tochter könnte die Belegschaft vor vollendete Tatsachen stellen, hieß es in dem Blatt.

Die flämische Regierung hatte GM Staatshilfen angeboten, um das Aus für die gut 2500 Beschäftigten in Antwerpen abzuwenden. Nach Angaben des Betriebsrates schlug der Autobauer das Angebot über 500 Millionen Euro aber aus.

Der Standort Antwerpen stand auch nach dem Konzept des abgeblitzten kanadisch-österreichischen Opel-Bieters Magna auf der Kippe. GM hatte in dem im November 2009 vorgelegten Restrukturierungsplan ebenfalls seine Absicht angekündigt, das Werk dichtzumachen. Reilly hatte mehrfach betont, der Hersteller müsse seine Kapazitäten in Europa um 20 Prozent reduzieren.