AB InBev nimmt Entlassungen zurück

Im seit 2 Wochen andauernden Sozialkonflikt beim Brauereikonzern AB InBev scheinen sich die Wogen zu glätten. Die Direktion von AB InBev hat dem Vorschlag der Sozialschlichter, die Pläne zur Umstrukturierung und die damit verbundenen Entlassungen zurück zu nehmen, zugestimmt. Die Gewerkschaften heben ihrerseits die Blockaden auf.

Im Brüsseler Arbeitsministerium fand am Donnerstag eine dritte Schlichtungsrunde im Sozialkonflikt beim Brauereikonzern AB InBev statt. Die Sozialschlichter trugen einen neuen Schlichtungsvorschlag vor. Die Direktion solle die angekündigten Entlassungen zurücknehmen, gleichzeitig würden die Blockaden in den Brauereien beendet. Dies sollte den Weg für einen neuen breiten Sozialdialog ebnen.

Die Direktion ist auf den Vorschlag eingegangen. Die betriebsbedingten Entlassungen von etwa 300 Mitarbeitern sind damit vom Tisch. Die Direktion sagte auch zu, die wegen Kurzarbeit nicht bezahlten Arbeiter nun doch für die beiden Tage Mittwoch und Donnerstag auszubezahlen.

Unterdessen haben die Gewerkschaften versprochen, die Blockaden innerhalb von zwei Tagen aufzuheben. Am Freitagmittag sollen die Blockaden weg sein.

Die Gewerkschaften haben auch versichert, dass die Produktion wieder anlaufen müsste.

Bei AB InBev werden schon seit zwei Wochen Protestaktionen gegen mögliche Entlassungen und Umstrukturierungspläne durchgeführt. Die Direktion hatte das Personal nach tagelangen Blockaden der Brauereien vorübergehend nach Hause geschickt.

Vorerst kehrt also wieder Ruhe bei AB InBev ein, allerdings sind die Probleme damit keineswegs alle gelöst. Laut Konzept der Sozialschlichter müsse nun mit konstruktiven Verhandlungen zwischen Direktion und Gewerkschaften über die Zukunft des Bierbrauers in unserem Land verhandelt werden.

"Ohne Zeitdruck verhandeln"

Die Gewerkschaften bei AB InBev reagierten sehr positiv auf den Beschluss der Direktion, den Umstrukturierungsplan zurück zu nehmen.

"Der Vorschlag bedeutet, dass wir mit einem leeren Papier zur Direktion gehen und über einen neuen Plan sprechen können", betont Luc Gysemberg von der christlichen Gewerkschaft ACV.

Gysemberg zufolge sei vereinbart worden, dass man sich hierfür die "nötige Zeit" nehmen könne. "Wir können also ohne Zeitdruck verhandeln." Die Verhandlungen sollen übrigens im Beisein der europäischen Direktion erfolgen, weiß Gysemberg.

Die Gewerkschaften wollen der Basis nahe legen, die ausgestreckte Hand der Direktion anzunehmen. Es wird erwartet, dass das auch geschehen wird.