Opel Antwerpen wird geschlossen

Ende Juni soll das Opel-Werk in Antwerpen geschlossen werden. Das wurde bei einer außerordentlichen Betriebsratssitzung des Unternehmens in Antwerpen am Donnerstagmorgen bekannt gegeben.

Wenig später bestätigte Opel-Chef Nick Reilly (Foto) selbst die schlechte Nachricht vor der Presse in Zaventem bei Brüssel: "Die Schließung des Werks in Antwerpen ist logisch. Wir kündigen also heute unsere Absicht an, die Fabrik zu schließen", so Reilly.

"Selbst wenn sich der Markt schneller erholen sollte als angenommen, haben wir noch ausreichend Kapazitäten in unseren anderen Werken, um die Nachfrage zu erfüllen."

"Wir bedauern den Entschluss und versuchen mit den Gewerkschaften vertretbare soziale Abfederungen zu erzielen."

Reilly begründete die Schließung mit der allgemeinen Wirtschaftskrise und den anhaltenden Überkapazitäten auf dem europäischen Markt. Opel müsse seine Kapazität um 20 Prozent verringern.

Am Mittwoch war bereits eine außerordentliche Betriebsratssitzung für Donnerstag angekündigt worden und die Direktion ließ die Schließung des Werks in Antwerpen und die betriebsbedingte Kündigung der 2.600 Mitarbeiter durchblicken.

Antwerpen als kleines und altes Werk stand schon lange ganz oben auf der Streichliste. General Motors muss die Produktion der dramatisch gesunkenen Nachfrage anpassen. Der ursprüngliche Plan, dass Antwerpen den kleinen SUV bauen dürfe, sei deshalb vom Tisch. Das Freizeitmodell SUV soll in Südkorea gebaut werden.

Die Arbeitnehmer haben einen Brief erhalten, in dem steht, dass in Antwerpen kein neues Modell vom Band rollen werde und dass das Unternehmen "betriebsbedingte Kündigungen" und eine "eventuelle Schließung" plane. Derzeit wird nur noch der kleine Astra in drei Varianten im Antwerpener Werk gebaut.

Die Gewerkschaften suchen nun nach Lösungen für die 2.600 Arbeitnehmer der Opel-Fabrik in Antwerpen.

Am Mittwoch hatten die Gewerkschaften den Parkplatz der Niederlassung blockiert. Damit sollte verhindert werden, dass fertiggestellte Autos das Werk verlassen können.

Die Schließung von Opel ist auch für viele Zulieferbetriebe von Opel Antwerpen katastrophal. Für einige ist das Werk in Antwerpen der einzige Kunde.

Am morgigen Freitag und nächsten Montag wird bei Opel Antwerpen nicht gearbeitet. Am Dienstag werde die Belegschaft von Opel ihre Arbeit jedoch wieder aufnehmen, hieß es. Die Blockade auf dem Opel-Parkplatz werde aufrecht erhalten, so ein Gewerkschaftsvertreter. Bis zum 30. Juni seien im Werk noch Produktionen geplant, aber die Gewerkschaften würden alles daran setzen, um das Werk auch über dieses Datum hinaus offen zu halten, gab die christliche Gewerkschaft ACV bekannt.

Die Arbeitsgruppe Opel wird sich an diesem Donnerstag um 17 Uhr im Kabinett des flämischen Ministerpräsidenten Kris Peeters (CD&V) in Brüssel treffen, so der Sprecher des Ministerpräsidenten.

Der Gruppe gehören die Vizeministerpräsidentin der flämischen Regierung und flämische Ministerin für Innovation, Medien und Armutsbekämpfung, Ingried Lieten und der flämische Finanz-, Haushalts- und Arbeitsminister Philippe Muyters an, Gewerkschaftsvertreter und Vertreter des Arbeitgeberverbandes Agoria sowie weitere Regierungsbeamte.