Landesweiter Streik der Gefängniswärter

In den Gefängnissen sind die Wärter am Donnerstagabend landesweit in einen 24-stündigen Streik getreten. Sie protestieren gegen die anhaltende Überbelegung in den Gefängnissen und fordern Maßnahmen für mehr Sicherheit. In Brüssel findet am Freitag auch eine Großkundgebung statt.

Zu der Kundgebung haben die drei Gewerkschaften gemeinsam aufgerufen. Marc Gaspercic von der sozialistischen Gewerkschaft ACOD zufolge häuften sich die Probleme in den Gefängnissen. Die Gefängnisse seien nicht nur überbelegt, sondern gleichzeitig arbeiteten in vielen Anstalten die Überwachungskameras nicht.

Außerdem dürften sie die Menschen kaum abtasten und die Haftanstalten würden zu Orten für Drogenkonsum und zu Drogenumschlagplätzen. Am Freitag findet eine Kundgebung in Brüssel statt.

Der Streik dauert 24 Stunden. Bis zum Streikende sollen Polizeibeamte in den Haftanstalten für Ruhe und Ordnung sorgen. Allerdings sind auch die Polizisten verärgert. Die Polizeigewerkschaft NSPV will nicht länger hinnehmen, dass die Polizeibeamten jedes Mal einspringen müssen, wenn die Wärter streiken. NSPV ruft seine Mitglieder auf, die Arbeit nieder zu legen, sobald sie mit Gewalt in den Gefängnissen konfrontiert werden. "Unsere Beamten fühlen sich genauso unsicher in den Haftanstalten wie die Wärter. Sie haben das gleiche Recht zu streiken, wenn sie die Wärter ersetzen."

Die christliche Gewerkschaft ACV teilt diese Meinung nicht. Das Streikrecht für die Gefängniswärter müsse absolut gewahrt werden, heißt es. Wenn die Wärter nicht mehr mit der Vertretung der Polizisten rechnen könnten, würde ihr Streikrecht verletzt.