Reilly will schnelle Informationsrunde zu Opel

General Motors-Chef Nick Reilly will eine schnelle und kurze Informationsrunde für Opel Antwerpen. Die Arbeitnehmer sollen so schnell wie möglich über ihre Situation aufgeklärt werden. Er sagte das in einem Telefonat mit Flanderns Ministerpräsident Kris Peeters.

Kris Peeters und Nick Reilly (Foto) haben ungefähr eine halbe Stunde miteinander gesprochen. Peeters sagte in dem Gespräch, dass die Schließung "falsch und unvernünftig" sei.

"Wir sind empört darüber, in welcher Art und Weise ein Multinational wie GM in dieser Sache vorgegangen ist", so Peeters gegenüber Reilly.

"Der Entschluss, Opel Antwerpen zu schließen ist falsch. Opel Antwerpen ist eine gesunde Fabrik und eine gesunde Fabrik zu schließen ist unvernünftig", so Peeters noch.

Er wies auch darauf hin, dass der Entschluss jeglicher wirtschaftlicher Grundlage entbehre. Außerdem seien Versprechungen, einen Businessplan vorzulegen, nicht eingehalten worden.

Reilly zufogle gebe es einen solchen Geschäftsplan sehr wohl, er enthalte aber zu viele vertrauliche Informationen, um ihn öffentlich zu machen.

Peeters (Foto unten) betonte nach dem Telefonat noch, dass er keineswegs Eindruck bei Reilly schinden wollte. Reilly sei ein Mann, der sich nicht so schnell aus dem Lot bringen lasse. 

Reilly versprach jedenfalls, das Renault-Gesetz zu respektieren. Das Renault-Gesetz schreibt explizit vor, dass in einer ersten Phase vor der Schließung Alternativen auf den Tisch müssen und dass das Management auf alle Alternativen eine Antwort geben muss.

Er wolle so schnell wie möglich mit der ersten Phase, der so genannten Informationsphase, bei der also Alternativen vorgelegt und von GM geprüft werden müssen, beginnen und diese dann so kurz wie mögich gestalten.

Damit solle die Belegschaft von Opel Antwerpen so schnell wie möglich über ihre Situation aufgeklärt werden. Auch Peeters sagte zuvor, dass sich diese Phase nicht Monate lang hinziehen dürfe.

Reilly versprach weiter, die Alternativen, die vorgelegt würden, ehrlich zu prüfen.

Reform der flämischen Industrie

Die flämische Regierung, so hieß es weiter nach dem Telefonat, wolle den Alternativen, die von den Arbeitnehmerorganisationen vorgelegt würden, alle Chancen geben.

Außer den Problemen bei Opel Vorrang zu geben, plant die flämische Regierung auch eine Reform der gesamten flämischen Industrie. Die muss nachhaltiger werden, um künftig überleben zu können.

Opel-Mitarbeiter wollen gegen Schließung protestieren

Wie die Deutsche Presse-Agentur, dpa, meldet, hat der Opel-Betriebsrat die Beschäftigten des Autobauers in ganz Europa zu einer Protestaktion gegen die angekündigte Schließung des Werks Antwerpen aufgerufen.

"Der Bruch des Rahmenvertrags, in dem Antwerpen exklusiv die
Produktion von zwei kleinen SUV-Modellen als Ersatz für die Astra-Produktion zugesagt wurde, geht uns alle an", zitiert dpa den am Freitag von Gesamtbetriebsratschef Klaus Franz veröffentlichten Aufruf. Die beiden Kleingeländewagen sollen nach den neuesten Plänen bei General Motors (GM) Daewoo in Korea gefertigt werden.

Der Betriebsrat, so dpa, lehne das Vorhaben von Opel-Chef Nick Reilly ab, diese Verlagerung von Wertschöpfung durch Lohn- und Gehaltsverzicht zu bezahlen.

Ende letzten Jahres berechnete GM Europe, dass 3,3 Milliarden Euro eingespart werden müssten. Davon sollen 265 Millionen Euro beim Personal unter anderem durch Lohnkürzungen abgezogen werden. Das Management verlangt also von den Mitarbeitern einen Sanierungsbeitrag.

Aus Protest gegen die einseitige Entscheidung Reillys sollen am kommenden Dienstag, 26. Januar, Opelaner aus ganz Europa an einer Betriebsversammlung in der belgischen Hafenstadt teilnehmen.

Hoffen auf europäische Fördergelder

Unterdessen teilte die EU-Kommission am Freitag in Brüssel mit, dass entlassene Beschäftigte des Autobauers Opel auf europäische Fördergelder hoffen dürften. Möglich seien Hilfen aus dem EU-Globalisierungs- oder Sozialfonds. 

Am wichtigsten sei es, zum Beispiel durch Umschulungen den Menschen wieder eine Chance auf Arbeit zu geben. "Wir sind bereit, alle denkbaren Instrumente in Betracht zu ziehen", sagte eine Sprecherin von Kommissionspräsident Barroso.

Debatte über Opel im flämischen Parlament

Am Montag wird im flämischen Parlament um 14.30 Uhr eine aktuelle Debatte zu Opel statt finden.