Steven Vanackere zwei Tage in Ruanda

Außenminister Vanackere ist am Donnerstagabend zu einem zweitägigen Arbeitsbesuch in Ruanda eingetroffen. Auf seinem Terminkalender stehen vor allem politische Gepräche.

Vanackere ist am Donnerstag vom Kongo aus nach Ruanda weitergereist. Er fuhr zunächst in die Stadt Gisenyi an den Ufern des Kivusees.

Danaben steht ein Besuch in einem Lager, das ehemalige Hutu-Rebellen nach ihrer Rückkehr aus dem Kongo aufgenommen hat, auf dem Programm sowie eine Kranzniederlegung an der Genozid-Gedenkstätte in der Hauptstadt Kigali. Die Gedenkstätte erinnert an die Opfer des Völkermordes von 1994.

Außerdem steht ein Treffen Vanackeres mit Ruandas Präsident Paul Kagame und der ruandischen Außenministerin Louise Mushikiwabo im Terminkalender des Ministers.

Belgien hat nicht nur eine besondere Beziehung zum Kongo, sondern auch zu Ruanda. Innerhalb der EU ist unser Land eines der größten Geldgeber in Ruanda. Noch 2009 wurde ein Abkommen unterzeichnet im Wert von rund 38 Millionen Euro.

Kein Visum für VRT-Journalist Verlinden

VRT-Journalist Peter Verlinden wurde von den ruandischen Behörden die Einreise in das Land verweigert.

Verlinden vermutet, dass Ruanda seine kritische Haltung gegenüber diesem Land missbilligt.

Verlinden begleitet den belgischen Außenminister, Steven Vanackere, der auf Rundreise durch den Kongo, Ruanda und Burundi ist. Verlinden musste in Goma an der kongolesisch-ruandischen Grenze also wieder umkehren.

Die Verweigerung des Visums wurde Verlinden bereits vergangene Woche durch die ruandische Botschaft in Brüssel mitgeteilt. Es ist mindestens schon das dritte Mal, dass der Journalist unseres Senders VRT das Land nicht bereisen darf.

Verlinden vermutet, dass der ruandischen Regierung seine Reportage über Blutbäder unter Hutus im November 1997, drei Jahre nach dem Genozid von 1994, sauer aufgestoßen ist.  Dabei sollen zwischen 4.000 und 12.000 Menschen ums Leben gekommen sein. Die Täter seien bei der Front patriotique rwandais (FPR) zu suchen, also der Partei des ruandischen Präsidenten Paul Kagame, die von Tutsis dominiert wird.

1998 beschuldigte der Außenminister Ruandas, Charles Murigande, Verlinden, er verteidige "extremistische Auffassungen" und gehöre zum "Lager der Völkermörder", die 1994 für den Tod von 800.000 Menschen, vor allem Tutsis, verantwortlich waren. 

Verlinden wird in Burundi wieder zur Delegation des belgischen Außenministers stoßen.