Hat Opel Antwerpen nie eine Chance gehabt?

Ein GM-Geheimpapier zu Opel Antwerpen, das der „Frankfurter Rundschau“ vorliegt, belegt dass der Opel-Mutterkonzern General Motors die Schließung des dortigen Standorts schon lange plant. Was eigentlich schon länger angenommen wird, beweist sich mit dem Papier.

Am vergangenen Donnerstag hatte Opel angekündigt, sein Werk im belgischen Antwerpen mit 2600 Beschäftigten zu schließen.

Im Laufe der Woche sind nach Angaben eines Opel-Sprechers Gespräche zwischen der Geschäftsführung und Arbeitnehmervertretern über das weitere Vorgehen geplant.

„Unser Problem ist: Wir haben Überkapazitäten und das müssen wir lösen. Wir müssen auf die Gesamtsituation schauen“, sagte der Sprecher.

Die Schließung von Antwerpen wird schon seit Jahren diskutiert. Auch in den aktuellen Bemühungen zur Neuaufstellung von Opel habe sich schon früh abgezeichnet, dass es „die sinnvollste Option ist“, das Werk in Belgien zu schließen, bemerkte der Sprecher weiter.

In einem GM- Papier, aus dem die „Frankfurter Rundschau“ in ihrer Samstagsausgabe zitiert, heißt es: „Selbst wenn ein wirtschaftlicher Erfolg der Geländewagenproduktion in Antwerpen gegeben wäre, ändert sich unsere Absicht nicht, das dortige Werk zu schließen. Die finanziellen Ergebnisse sind signifikant günstiger, sogar wenn der Typ in einer anderen europäischen Fabrik hergestellt würde.“

Zum Artikel der „Frankfurter Rundschau“ von Samstag, den 23. Januar 2010.
 

Ministerpräsident gibt sich nicht geschlagen

Die flämische Landesregierung will die Schließung des Opel-Standorts in Antwerpen nicht einfach so hinnehmen. Das sagte Ministerpräsident Kris Peeters (CD&V - Foto) am Montag anlässlich einer Fragestunde zu aktuellen Themen im Landesparlament in Brüssel.

Nach Ansicht Peeters' kann eine schnelle Schließung, wie sie offenbar GM-Europachef Nick Reilly wünscht, nicht ohneweiters durchgeführt werden. Zuerst müsse ein Sozialplan her, der der belgischen Gesetzgebung zum Arbeitsrecht entspreche. 

Unterdessen wirft die Opposition im Flämischen Landesparlament der Regierung vor, sie habe keinen Alternativplan für den Standort vorbereitet, um in erster Instanz so viel wie möglich Arbeitsplätze retten zu können. Auch zu einer Begleitung der betroffenen Arbeitnehmer, um eine neue Stelle finden zu können, liege nichts vor.

Falls Opel Antwerpen tatsächlich geschlossen werden soll, müssen hunderte bis tausende Arbeitnehmer eventuell umgeschult werden.