Homosexualität = Magersucht?

Der designierte Erzbischof von Brüssel und Mechelen und Primas der katholischen Kirche in Belgien, André-Mutien Léonard, wiederholte im Rahmen eines Diskussionsprogramms im frankophonen belgischen Privatsender RTL-TVi seine umstrittenen Äußerungen zur Homosexualität.

Es ist nicht das erste Mal, dass Monsignore Léonard umstrittene Äußerungen zur Homosexualität macht. Nur eine Woche nach seiner offiziellen Vorstellung als neuer Erzbischof von Brüssel und Mechelen und Primas der belgischen Katholiken verglich er Homosexualität mit Magersucht.

In der Sendung „Controverse“ des französischsprachigen belgischen TV-Senders RTL-TVi machte er folgenden Vergleich: „Ich werde einen Vergleich anstellen: Magersucht ist eine Entwicklung, die nicht zu Appetit passt. Aber, ich würde nie behaupten, dass Anorexiepatienten abnormal sind.“ In diesem Sinne habe er auch zu keiner Zeit behauptet, etwas gegen Homosexuelle zu haben, beziehungsweise Homosexualität als Krankheit bezeichnet.

Vor einigen Jahren, als er noch Bischof von Namür war, bezeichnete er einmal Homosexuelle als „abnormal“, ohne jedoch etwas gegen sie zu haben. Er habe allerdings Probleme mit ihrem Wesen, denn dieses weiche von dem ab, was Sexualität sein soll, nämlich „die körperliche Trennung von Mann und Frau“.

Cavaria, der Dachverband der Holebi-Vereinigungen in Brüssel und Flandern, zeigte sich nach Léonards Äußerungen verärgert, gab aber an, nichts anderes von ihm erwartet zu haben.