Al-Qaida-Prozess in Brüssel beginnt

Im Justizpalast von Brüssel begann heute der Prozess gegen eine Gruppe mutmaßlicher Terroristen, die in Belgien eine Zelle der islamistischen Terrorgruppe al-Qaida gebildet haben sollen. Dreh- und Angelpunkt des Verfahrens ist die radikale Muslima Malika El Aroud (Zeichnung oben), die unter anderem islamistische Webseiten betreute.

Malika El Aroud, die Witwe des Terroristen, der kurz vor den Anschlägen am 11. September den afghanischen Oppositionsführer Achmed Schah  Massoud durch einen Selbstmordanschlag ums Leben brachte, ist international bekannt.

Gemeinsam mit ihren neuen Ehemann (Foto), einem weiteren islamistischen Extremisten, soll sie über gute Kontakte zu höchsten Kreisen im al-Qaida-Netzwerk verfügen. Unter anderem sollen die beiden einen jungen Mann aus Belgien für den „Heiligen Krieg“ rekrutiert haben, was sie wohl auch mit anderen jungen Moslems aus unserem Land versucht haben.

Einer dieser Männer war Ende 2008 nur kurz vor einem geplanten Selbstmordanschlag von den belgischen Behörden verhaftet worden. 2007 sorgte die Gruppe um Malika El Arnoud für eine erhöhte Terrorwarnstufe in der belgischen Hauptstadt Brüssel. Damals wurde sogar das traditionelle Sylvesterfeuerwerk in Brüssel abgesagt.

Am Dienstag wurden die Agendapunkte der Verhandlung festgelegt. Das eigentliche Verfahren beginnt im März.

Es drohen hohe Haftstrafen

Drei Personen der Gruppe, darunter El Arnoud und ihr zweiter Ehemann, sind der Bildung und Führung einer Terrorgruppe angeklagt. Ihnen droht bei Verurteilung 20 Jahre Haft.

Sechs weitere Personen werden der Mitgliedschaft in einer Terrorgruppe verdächtigt. Sie könnten zu Haftstrafen von bis zu 10 Jahren verurteilt werden.