Haus im Zentrum von Lüttich eingestürzt

In der Nacht zum Mittwoch ist im Zentrum von Lüttich in der gleichnamigen Provinz ein Altbau mit mehreren Appartements eingestürzt. Kurz zuvor ereignete sich eine Gasexplosion. Neun Menschen Starben, 21 wurden zum Teil schwer verletzt. Am frühen Mittwochnachmittag konnte ein Mädchen lebend aus den Trümmern geborgen werden.

Als Feuerwehr und Rettungskräfte nach der Gasexplosion zum Ort der Katastrophe kamen, konnten sie 21 Verletzte aus dem fünfstöckigen Gebäude in der rue Léopold evakuieren. Drei der Verletzten befinden sich in kritischem Zustand.

Nach Angaben einiger Feuerwehrleute gab es zunächst Kontakt zu zwei Personen, die von den Trümmern nach der Gasexplosion verschüttet waren.

Doch kurz nach 7 Uhr am frühen Morgen stürzte das Gebäude ein und zunächst musste befürchtet werden, dass die Verschütteten dabei ums Leben kamen. Die Feuerwehr ging von zwei Personen aus. Am frühen Mittwochnachmittag konnte ein 13jähriges Mädchen aus den Trümmern des eingestürzten Hauses lebend geborgen werden.

Das Lütticher Stadtzentrum ist  völlig abgesperrt. Nur noch die Busse des öffentlichen Nahverkehrs werden durchgelassen. Der Ort der Explosion befindet sich im Herzen der Stadt, unweit des Rathauses und der Place Saint-Lambert.

Bürgermeister Willy Demeyer bestätigte am Vormittag Gerüchte, nach denen bereits am vergangenen Samstag im Haus Gasgeruch gemeldet worden sei. Doch hätten Feuerwehr und Mitarbeiter des regionalen Gasversorgers keine Probleme finden können. 
 

Mitgefühl und Hilfe bei Problemen

Im Laufe des Tages besuchten Belgiens Innenministerin Annemie Turtelboom (Open VLD) und am Nachmittag auch Belgiens Monarch, König Albert II. (Foto) den Ort des Geschehens. Sie besuchten die Opfer in den Krankenhäusern und bedankten sich bei den Rettungskräften für ihren Einsatz.

Flanderns Ministerpräsident Kris Peeters (CD&V) bezeugte den Opfern des Dramas in einer Botschaft sein Mitgefühl.

Inzwischen wurde in Lüttich in der Nähe des Ortes des Geschehens ein Krisenzentrum eröffnet, in dem sich Betroffene informieren können. Im Zuge der Explosion und des nachfolgenden Einsturzes des fünfstöckigen Gebäudes wurden auch andere Häuser und Wohnungen beschädigt.

Dutzende Appartements sind zumindest teilweise kurzfristig unbewohnbar und viele andere Gebäude – Wohn- und Geschäftshäuser – erlitten Glasbrüche und große Mengen Staub kroch durch Türen und Fenster ins Innere. Das Krisenzentrum, dass auch am Donnerstag den ganzen Tag erreichbar ist, informiert auch in Sachen Versicherungsfälle.