Belgisches Geld für einen Taliban-Fonds?

Auf der Afghanistan-Konferenz in der britischen Hauptstadt London wurden Pläne bekannt, nach denen die internationale Gemeinschaft einen Fonds einrichten soll, mit dem ein Aussteigerprogramm für Taliban-Kämpfer finanziert werden soll.

Mit einem solchen Fonds sollen Taliban-Rebellen dazu gebracht werden, die radikal-islamische Terrorgruppe zu verlassen, ihre Waffen niederzulegen und sich in die zivile afghanische Gesellschaft zu integrieren.

Seit gut einem Jahr wird darüber geredet, die Gewalt in Afghanistan unter anderem dadurch in den Griff zu bekommen, in dem man auf die Taliban-Kämpfer zugeht und ihnen eine Rückintegration in die Gesellschaft schmackhaft macht. Großbritanniens Premierminister Gordon Brown ist der Ansicht, dass man einen Fonds braucht, der Taliban-Aussteigern ermöglicht, Arbeit und eine Einnahmequelle zu finden.

Die radikal-islamische Terrorgruppe der Taliban wirbt junge Kämpfer nicht nur über fanatischen Glauben, sondern auch über Geld.

Es muss also sichergestellt sein, dass Teilnehmer an einem Aussteigerprogramm eine Zukunft haben, damit sie sich den Rebellen nicht wieder aus finanziellen Gründen anschließen.

Belgiens Außenminister Steven Vanackere (CD&V - Foto) hält die Idee eigentlich für eine gute Sache: „Das passt natürlich in jedem Fall in das Plädoyer Belgiens für das Verlegen eines Schwerpunkts auf zivile und wirtschaftliche Bereiche und auf den Aspekt der Entwicklungshilfe.“

Ob sich Belgien allerdings an einer Finanzierung des Aussteigerprogramms für Taliban beteiligt, ließ der Außenminister offen.