Zahl der Toten in Lüttich auf 12 gestiegen

Knapp drei Tage nach dem Hauseinsturz in der Altstadt von Lüttich wurden drei weitere Leichen aus den Trümmern geborgen. Es handelt sich um eine junge Frau und einen jungen Mann. Bei der 12. Leiche fehlen noch nähere Informationen.

Die zwei Leichen, Vicky Storms aus Heusden-Zolder (Provinz Limburg) und Alexis Robert aus Hannut (Provinz Lüttich) wurden gegen 0.30 Uhr gefunden. Die Einsatzkräfte hatten sie im Bett gefunden, "in normalem Zustand und perfekt identifizierbar", heißt es im Umkreis der Ermittler.

Von den Toten konnten bislang erst drei identifiziert werden. Mit den beiden Toten, die am frühen Freitagmorgen gefunden wurden, steigt die Zahl der identifizierten Opfer auf fünf an. Freitagmittag wurde eine weitere Leiche geborgen.

In dem Gebäude waren insgesamt 14 Bewohner gemeldet.

Das fünfstöckige Gebäude im Zentrum von Lüttich war in der Nacht zum Mittwoch nach einer Explosion eingestürzt. Am Donnerstagabend wurde der Rest des übrig gebliebenen Gebäudes abgerissen, so dass die Suche nach weiteren Leichen erleichtert worden ist.

Den Einsatzkräften zufolge werde man mit den Abtragungen im Laufe des Tages fertig werden. Jetzt würden die umliegenden Häuser gestützt, hieß es noch. Erst danach könne man den Schutt endgültig wegschaffen.

Die historische Altstadt wurde inzwischen weitgehend abgeriegelt. In dem Viertel am Ufer der Maas leben viele Studenten und Einwanderer. 

"Gasleitungen waren in Ordnung"

Die Gasleitungen in dem Gebäude selbst entsprachen den geltenden Vorschriften. Das hat der Bürgermeister von Lüttich, Willy Demeyer (Foto), gegenüber dem frankophonen öffentlich-rechtlichen Radiosender RTBF gesagt.

Demeyer zufolge seien die Gasleitungen noch vergangenen Samstag nach einem Gasalarm durch das Lütticher Unternehmen für Gasversorgung kontrolliert worden.

Das Gebäude sei mehrmals von der Feuerwehr geprüft worden, unterstrich der Bürgermeister noch. Die Berichte wiesen keine Auffälligkeiten auf.

Demeyer fügte hinzu, dass die Explosion in einem der Appartements des Gebäudes statt gefunden habe.

Junger Eifeler auch Opfer der Explosion

Bei der Gasexplosion in der Lütticher Innenstadt ist auch ein junger Eifeler ums Leben gekommen.

Der 22-Jährige aus Galhausen gehört zu den ersten Opfern, die identifiziert werden konnten. Der Eifeler wohnte zusammen mit seiner Freundin in dem eingestürzten Haus. Die junge Frau konnte lebend geborgen werden. Sie liegt mit schweren Verletzungen in einem Lütticher Krankenhaus.