Schneechaos im ganzen Land

Starker Schneefall in der Nacht zu Samstag sorgt auf den Straßen für Verkehrschaos. Obwohl die Streudienste die ganze Nacht im Einsatz waren, ist es mancherorts gefährlich glatt.

Am frühen Samstagmorgen waren die Straßenverhältnisse nicht nur in Wallonien, sondern auch in Flandern, vor allem im Zentrum Flanderns, schwierig.

So war die E40 zwischen Löwen und Brüssel gefährlich glatt. Teilweise waren sowohl der linke als auch der Mittelstreifen völlig zugeschneit. Die heftigen Schneefälle sorgten auch für Verkehrschaos auf der E19 und der A12 zwischen Brüssel und Antwerpen.

Trotz des nächtlichen Einsatzes der Streuwagen war es vor allem auf den Überlandstraßen noch sehr glatt. Um sechs Uhr früh hatte es noch einmal geschneit. Inzwischen sind auf den meisten Autobahnen zwei Fahrspuren frei. Auf den linken Fahrspuren und auf Zu- und Ausfahrten ist jedoch weiterhin äußerste Vorsicht geboten. Auch auf den Seitenstraßen ist es teilweise noch gefährlich glatt.

3 bis 39 Zentimeter

In Antwerpen, Flämisch-Brabant und Limburg ist die Schneedecke besonders hoch. Mancherorts wurden bis zu 3 Zentimeter Schnee gemessen.

Auch im Süden des Landes hat es erneut geschneit. Im Hohen Venn liegt sogar bis zu 39 Zentimeter Schnee. Die Schneefälle ziehen von Norden nach Süden.

In der Nacht zu Sonntag ist mit Frost zu rechnen.

400 Lkw stecken stundenlang auf E25 fest

Auf der Autobahn E25 in der Region Houffalize (Provinz Luxemburg) steckten über 400 Lastwagen und an die 100 Autos bis drei Uhr am Samstagfrüh fest. Die Rettungsdienste verteilten Essen und Decken.

Wegen des heftigen Schneefalls waren die Lkw und Autos in der steilen Steigung nach Lüttich stecken geblieben. Der Katastrophenplan wurde ausgerufen und die Rettungsdienste und Straßenwacht waren den ganzen Abend im Einsatz, um die Fahrstreifen wieder für den Verkehr frei zu machen.

Die letzten Staus lösten sich gegen 3.15 Uhr auf. Zu diesem Zeitpunkt wurde auch der Katastrophenplan wieder aufgehoben. Die Lkw mussten jedoch auf den Standstreifen und Parkplätzen stehen bleiben. "Denen hatten wir verboten, weiter zu fahren", sagte der Bürgermeister von Houffalize, Marc Caprasse.

Das Rote Kreuz und der Zivilschutz waren auch vor Ort, um sich um Familien mit Kindern zu kümmern. In einem der fest steckenden Autos saß eine Schwangere.

Auch Probleme am Flughafen

Die heftigen Schneefälle haben auch zu Problemen am Flughafen von Zaventem geführt. Start- und Landebahnen mussten am Samstagmorgen geschlossen werden. Inzwischen können sie jedoch wieder genutzt werden.

Da die Flugzeuge am Samstagmorgen erst enteist werden mussten, sind sie mit Verspätung abgeflogen. Acht Flüge wurden auf andere Flughafen umgeleitet.

Der Brüsseler Flughafen Zaventem rät seinen Passagieren, die Fluginformationen von zu Hause aus zu kontrollieren. "Falls sie feststellen müssen, dass ihr Flug ausfällt, kontaktieren sie am besten die Fluggesellschaft", rät Jan Van der Cruysse vom Brüsseler Flughafen.