3 Verdächtige nach Schießerei in U-Haft

Nach einem misslungenen Überfall einer Wechselstube und einem anschließenden Schußwechsel mit der Polizei, wurden im Brüsseler Stadtteil Laken am Samstag 30 Menschen festgenommen. Inzwischen sind bis auf 3 Verdächtige alle wieder frei gelassen. Einer der 3 Verdächtigen hat die Tat teils gestanden.

Die drei im Alter von 21, 22 und 23 Jahren, wurden am Samstag in Laken festgenommen. Dort wohnt einer der drei Verdächtigen. Insgesamt waren 30 Personen festgenommen worden und die Mehrzahl von ihnen später wieder frei gelassen.

Die drei vermutlichen Täter konnten aufgrund von "Personenbeschreibungen" und "unmittelbaren Beweisen" dingfest gemacht werden.

Einer der drei vermutlichen Täter, Jawat, gab zu, dass er der Fahrer des Fluchtfahrzeugs gewesen sei. Die beiden anderen müssen noch im Laufe des Sonntags vor Untersuchungsrichter Huguet treten.

Jawat wurde wegen versuchten Diebstahls mit Gewaltanwendung, versuchten Totschlags und Bandenbildung verhaftet.

Die drei Täter sind der Staatsanwaltschaft nicht unbekannt, sind aber bislang noch nicht verurteilt worden. Die Ermittlungen werden zeigen, ob sie noch für weitere Verbrechen, die jüngst begangen wurden, verantwortlich sind.

Bei den Hausdurchsuchungen in Laken wurden verschiedene Waffen gefunden, darunter zwei Kalaschnikows. Es ist jedoch noch nicht bekannt, ob die Waffen auch bei dem versuchten Überfall eingesetzt wurden.

Schwerverletzter Polizist schwebt nicht mehr in Lebensgefahr

Der Polizist, der bei der Schießerei nach dem Überfall auf die  Wechselstube von einer Kugel getroffen wurde, ist inzwischen operiert worden. Die Kugel wurde herausgenommen und der Mann schwebe nicht mehr in Lebensgefahr, aber seine Rehabilitation werde wohl sehr lange dauern, sagte Christian De Coninck von der Staatsanwaltschaft.

Die Polizeigewerkschaften haben unterdessen einen Antrag auf Streikerlaubnis eingereicht. In der Polizeizone von Elsene/Ixelles findet am Mittwoch auch ein Warnstreik statt.

Forderung nach einer einzigen großen Polizeizone

Die flämischen Sozialisten SP-a, die Grünen Groen! und die Liberalen Open-VLD fordern unterdessen Nulltoleranz gegenüber Gewalt und Jugendkriminalität in Brüssel.

Es müsse ein ganzheitlicher Plan auf den Tisch gelegt werden, um der Kriminalität in der Hauptstadt Einhalt zu gebieten, hieß es weiter. 

Es sei deshalb nötig, dass Brüssel zu einer einzigen großen Polizeizone zusammengefasst werde und dass das Vorgehen gegen die Kriminalität in Brüssel einheitlich organisiert werde. Man dürfe nicht mehr in den 19 Stadtteilen unterschiedlich vorgehen.