Drei weitere Leichen unter den Trümmern?

Der Bürgermeister von Lüttich schließt nicht aus, dass noch drei weitere Leichen unter den Trümmern des in der Nacht zu Mittwoch eingestürtzten Gebäudes liegen. Bislang sind 12 Leichen geborgen worden. Fünf unter ihnen konnten identifiziert werden.

In der Nacht zum Mittwoch war der fünfstöckige Altbau im Herzen der Stadt von einer Explosion erschüttert worden und zusammengestürzt. Es ist noch immer nicht geklärt, wie viele Menschen sich zum Zeitpunkt der Explosion im Gebäude befanden.

Die vorläufige Opferbilanz beträgt zwölf Tote und 21 Verletzte. Dem Bürgermeister von Lüttich, Willy Demeyer, zufolge würden noch etwa zehn Personen vermisst. Davon seien sieben Leichen gefunden worden, aber nicht identifiziert. Das bedeutet, dass möglicherweise noch drei Leichen unter den Trümmern des Hauses liegen.

Unterdessen wurde auch beschlossen, dass die angrenzenden Gebäude in der Parallelstraße hinter dem eingestürzten Wohnhaus, doch nicht abgebrochen werden müssen. Am Samstag waren hierfür Vorbereitungen getroffen und die Häuser geräumt worden. Experten wollen die Häuser jedoch retten und die Fassaden stützen. Am Mittwoch will man mit den Arbeiten fertig sein. Inzwischen kann die Suche nach weiteren Opfern fortgesetzt werden.

Am kommenden Freitagnachmittag findet in der Lütticher Kathedrale eine Gedenkfeier für die Opfer statt.

Suche nach der Ursache

Die Ursache des Unglücks ist immer noch ungeklärt. Die Ermittlungen dauern an und wurden inzwischen der Bundespolizei übertragen. Sicher ist mittlerweile, dass der Besitzer des eingestürzten Wohnhauses keine Feuerversicherung für das Gebäude hatte. Eine Brandversicherung für Immobilien ist in Belgien obligatorisch.

Inzwischen wurden auch die fünf Gaszähler des eingestürzten Hauses beschlagnahmt. Sie sollen von Spezialisten untersucht werden.

"Entweder war es ein Unfall oder eine vorsätzliche Tat oder eine unbeabsichtigte Tat, die aus Unvorsichtigkeit resultierte", sagte Danièle Reynders, Staatsanwältin von Lüttich, gegenüber dem Sender RTBF. "Sollte sich jemand strafbar gemacht haben, gehen wir dem nach."