Aus für Opel Antwerpen ist Vertragsbruch

Deutliche Worte von der mächtigen deutschen Gewerkschaft IG Metall: Sie bewertet das angekündigte Aus für den Opel-Standort in Antwerpen als offenen Vertragsbruch und will deshalb den Sanierungsplan nicht unterstützen.

Nach dem angekündigten Aus für den Standort Antwerpen wirft die IG Metall Opel-Geschäftsführer Nick Reilly offenen Vertragsbruch vor. Die Gewerkschaft sei unter diesen Umständen nicht bereit, den Sanierungsplan für den angeschlagenen Autobauer zu unterstützen.

„Die Absicht von Opel/Vauxhall, ein neu entwickeltes Opel-Modell nicht mehr in Antwerpen zu produzieren, sondern die Fertigung nach Korea zu verlagern, verstößt offen gegen vertragliche Zusagen“, sagte der Erste Vorsitzende der IG Metall, Berthold Huber, am Montag in Frankfurt. Für die Produktion des Fahrzeuges in Belgien liege eine interne positive
Wirtschaftlichkeitsberechnung vor.

Reilly hatte zuletzt bestritten, dass die Zusage, in Belgien einen kleinen Sportgeländewagen (SUV) zu fertigen, verbindlich gewesen sei. Nach seiner Darstellung handelte es sich lediglich um einen Plan.

Die Gewerkschaft sieht das anders und lehnt den von Reilly geforderten Sanierungsbeitrag der Belegschaft von jährlich 265 Millionen Euro in den kommenden fünf Jahren ab. Es sei nicht hinnehmbar, dass die von den Arbeitnehmern geforderten Beiträge dazu missbraucht würden, Schließungskosten von Standorten und Produktionsverlagerungen zu finanzieren.

Auf Initiative Hubers lädt der Generalsekretär des Europäischen Metallgewerkschaftsbund (EMB), Peter Scherrer, alle Vorsitzenden seiner Mitgliedsgewerkschaften mit Opel-Standorten zu einem Treffen am 23. Februar nach Brüssel ein. Dort soll über gemeinsame Strategien gegen die von GM angekündigte Schließung des Standortes Antwerpen beraten werden.

Reilly will die Verhandlungen mit den Betriebsräten über den Lohnverzicht am heutigen Montag fortsetzen. Bis 2011 will Reilly die Opel-Belegschaft von 48 000 auf rund 40 000 verkleinern. (mit dpa)