Polizisten demonstrierten für mehr Geld

Die Polizei in der belgischen Hauptstadt Brüssel ist aufgebracht. Ihre Gewerkschaften protestierten am Mittwoch vor dem Justizpalast am Poelaertplatz für mehr Mittel, denn ihr Arbeit stößt auf Grenzen, wie am vergangenen Wochenende nach einer Schießerei in Laken wieder deutlich wurde.

Zudem greifen sie die Haltung einiger Bürgermeister aus der Region Brüssel-Hauptstadt an, die Sicherheitsprobleme in einigen Stadtvierteln verharmlosen.

Brüssels Stadtbürgermeister Freddy Thielemans (PS) bezeichnete die Schießerei in Laken(kleines Foto), bei der auch Polizisten mit einer Kalaschnikov unter Feuer genommen wurden, zum Beispiel als „unter ferner liefen“. Bei dem Vorfall wurde eine Polizistin schwer verletzt.
 

Mit Blaulicht uns Sirenen verdeutlichten hunderte Brüsseler Polizisten ihren Unmut. Der Justizpalast war dabei als Zentrum des Protestes nicht zufällig ausgewählt.

Die Polizei macht die Justiz in Brüssel für die mangelnde Sicherheit in ihrer Stadt ganz klar mit verantwortlich. Hier ist die Zahl der (Gewalt-)Verbrechen in letzter Zeit signifikant angestiegen.

Die Polizeigewerkschaften fordern für Brüssel „Null-Toleranz“ und die Einführung eines „Schnellrechts“ bei Gericht, mit dem zum Beispiel junge Kriminelle möglichst schnell aus dem Verkehr gezogen werden können.

Alles in Allem braucht die Polizei in Brüssel mehr Geld, 600 zusätzliche Beamte und mehr Effektivität von Seiten der Justiz. Eine Delegation der Polizeigewerkschaftler sprach bei Bundesjustizminister Stefaan De Clerck (CD&V) vor, doch das Treffen endete ergebnislos.

Für kommenden Donnerstag meldete die Gemeinschaftsfront der Brüsseler Polizeigewerkschaften einen Streik an.