EU: Dexia muss schrumpfen

Die Europäische Kommission und der belgisch-französische Finanzkonzern Dexia haben sich auf ein Schrumpfen der Hausbank der belgischen Kommunen geeinigt. Ein solches Abkommen war notwendig, weil Dexia infolge der Finanzkrise Staatshilfe in Milliardenhöhe erhalten hatte.

Dexia wird sich in den kommenden Jahren um 35 % verkleinern. Darauf einigte sich der Bank- und Versicherungskonzern prinzipiell mit der Europäischen Kommission. Dieser Schritt ist laut EU notwendig, weil Dexia die Finanzkrise vor anderthalb Jahren nur mit erheblichen staatlichen Finanzspritzen überleben konnte.

Insgesamt erhielt die Gruppe 6,5 Milliarden Euro frisches Kapital und eine staatliche Bürgschaft um Kredite in Höhe von 150 Milliarden aufnehmen zu können.

Dexia wird unter anderem Filialen in Italien, Spanien und der Slowakei verkaufen und sich in Zukunft auf das Kerngeschäft in Belgien, Frankreich und Luxemburg konzentrieren.

Neben dem Bank-und Versicherungsgeschäft für Privatkunden ist das Hauptgeschäft von Dexia dann wieder die Kreditvergabe an Städte, Gemeinden und öffentliche Einrichtungen.
 

Ex-Premier Dehaene zufrieden

Belgiens Altpremier Jean-Luc Dehaene (CD&V), der heutige  Vorstandsvorsitzende von Dexia, begrüßte das Abkommen. Jetzt sei es möglich, Dexia wieder zu einem der wichtigsten Finanzkonzerne des Landes zu machen. Das Abkommen sieht auch vor, dass Ende Juli die staatliche Bürgschaft für Dexia ausläuft.

Gewerkschaften vorsichtig positiv

Die Gewerkschaften bei Dexie reagieren gemäßigt positiv auf das Vorhaben, denn in Belgien werden vorerst keine Entlassungen vorgenommen. Allerdings fürchten die Arbeitnehmervertreter einen Stellenabbau bei einer kommenden Sparunde bei ihrer Bank- und Finanzgruppe.

Mit Bedauern nehmen sie  zur Kenntnis, dass es eventuell im Ausland zu Stellenstreichungen kommen wird, wenn die Dexia-Firmenzweige erst einmal verkauft sind.

Probleme haben die Gewerkschaften allerdings mit der Art der Kommunikation bei Dexia. So wurde keine Betriebsratsversammlung einberufen, um das Personal vom Abstoßen von Unternehmensteilen zu informieren.