Wieder Vogelzählung in Flandern

Seit 10 Jahren organisiert die flämische Vereinigung „Naturpunkt“ winterliche Vogelzählungen. Daran nehmen tausende Familien und Naturfreunde teil. Sie alle sind dazu aufgerufen, die Vögel, sie sich in ihrem Garten aufhalten, zu zählen.

Die Beobachtungen, die sich nicht nur auf private Gärten konzentrieren, sondern auch auf Futterstellen in öffentlichen Parks oder in der freien Wildbahn, werden „Naturpunkt“ zur Auswertung übermittelt.

Vom 1. Oktober bis zum 31. März nehmen Freiwillige und Ehrenamtliche monatliche Vogelzählungen vor. Daneben wird aber auch eine Flandern weite Zählung vorgenommen und diese findet an diesem Wochenende statt.

Die Zählung geht folgender Maßen vonstatten: Nach einer Fütterung haben die Zähler 30 Minuten Zeit, um alle Vögel zu zählen, die an der jeweiligen Futterstelle Nahrung aufnehmen. Davon wird dann die am häufigsten vorkommende Vogelart festgehalten.

Die so gezählten Werte werden „Naturpunkt“ entweder per Post oder über die Internetseite der Vereinigung mitgeteilt.

Interessenten können auch mehrere Zählungen pro Tag vornehmen. Sie müssen nur immer wieder das gleiche Prinzip anwenden und die Uhrzeiten der jeweiligen Zählung festhalten.

In der Provinz Ostflandern sinkt die Zahl der Spatzen kontinuierlich. Vergangenes Jahr waren sie nicht mehr die zahlenmäßig stärkste Vogelart dort. Sie wurden von den Finken abgelöst.

Auf dem Vormarsch sind hingegen die Türkischen Turteltauben (Foto siehe Kasten unten) und die Haustauben, die seit Jahren fast in ganz Flandern zur Top 10 der Vogelarten gehören.

Durch die kalten Winter 2008/2009 und 2009/2010 erwarten die Vogelschützer vermehrte Vorkommen von Schwanzmeisen und Kernbeißer, die bei kalten Temperaturen immer häufiger von Menschen angelegte Futterstellen aufsuchen müssen.

2009 wurden 290.000 Vögel gezählt

Im vergangenen Jahr zählten 450 Ehrenamtliche ihre Vögel monatlich. Am großen Zählwochenende nahmen 6.600 Haushalte teil. Diese zählten alleine 290.000 Vögel.

Absolute Zahlen können dabei nicht festgestellt werden, dazu sind die Statistiken zu unvollständig. Doch „Naturpunkt“ kommt es auf die Tendenzen an. So kann auf diese Weise festgestellt werden, ob die Bestände verschiedener Vogelarten zurückgehen oder gar wachsen.

Amseln und Kohlmeisen (großes Foto im Text oben) kommen in Flandern in so gut wie allen Gärten und Parks vor. Spatzen und Sperlinge kommen nicht überall vor, sind aber zahlenmäßig die am häufigsten vorkommenden Vögel in Flandern.

Finken kommen seltsamerweise nur alle zwei Jahre häufig vor. Untersuchungen haben ergeben, dass dies vor allem auf die Menge der Bucheckern zurückzuführen ist. Etwa alle zwei Jahre kommen diese Baumfrüchte nicht so mengenmäßig stark vor.