EU-Wirtschaftsgipfel ohne die Presse

Nach Angaben von AFP wird der erste EU-Gipfel unter dem neuen Präsidenten Herman Van Rompuy ohne Presse stattfinden. Dieser wünscht sich einen informellen Gipfel und trifft die 27 europäischen Staats- und Regierungschefs am kommenden Donnerstag in Brüssel ohne den klassischen Presserummel.

Der erste EU-Gipfel unter Herman Van Rompuy findet in der Bibliothek Solvay (kleines Foto) statt, einem historischen Gebäude aus dem 19. Jahrhundert am Rande des EU-Viertels in der Nähe des Leopold-Platzes statt. Presse und Publikum müssen dabei Abstand halten.

Die 27 EU-Staats- und Regierungschefs besprechen wirtschaftliche Themen quasi unter „56 Augen“, denn außer ihnen und Präsident Van Rompuy wird niemand anders dabei sein - auch kleine Fachminister oder andere Mitarbeiter. Der erste ständige EU-Präsident will dem Gipfel einen weniger formalen Stempel aufdrücken. Er plädiert hier für eine „intimere“ Version des Gipfels.

Derweil darf die internationale Presse den Ereignissen in einer Entfernung von mindestens 500 m folgen, denn der Ort des Geschehens wird abgesperrt sein. So müssen die Journalisten auf ihre traditionellen Fragen, die normalerweise beim Ankommen der Politiker an den Eingängen von Gipfelorten gestellt werden, verzichten.

Nur knapp 15 Fotografen und ein Kameramann wird es erlaubt sein, den Einzug der Gipfelteilnehmer aufzunehmen. Danach werden sie zum Pressezentrum eskortiert - offenbar in einem Pendelbus!

Pressekontakte erst am Ende des Gipfels

Die Vertreter der Presse werden erst am Ende des Gipfels die Gelegenheit haben, mit den Staats- und Regierungschefs zu sprechen.

Die französische Presseagentur AFP stellt in ihrer entsprechenden Depesche von Sonntagmorgen fest, dass EU-Präsident Herman Van Rompuy seit seinem Antreten am 19. November 2009 kaum Interviews gegeben habe und dass er nur eine kleine Zahl an Pressekonferenzen abgehalten habe.

AFP wundert sich über die auffallende Zurückhaltung des flämischen Konservativen. EU-Präsident Van Rompuy scheint Presse und Medien etwas auf Abstand halten zu wollen.